Joggen bei kalten Temperaturen ist nicht jedermanns Sache. Doch es bringt Vorteile mit sich. © picture alliance / dpa
Laufen

„Joggingwetter ist immer“: Herbener Läufer Oliver Schuschel gibt Tipps zur perfekten Winter-Laufrund

Sich im Winter zu einer Laufrunde aufzuraffen, ist durch das kalte Wetter nicht immer leicht. Doch Oliver Schuschel vom Lauftreff Herbern hat passende Tipps und weiß um die Vorteile vom Winter-Joggen.

Es ist kalt, der Himmel blickt grau auf einen herab und eigentlich scheint es drinnen im Warmen viel schöner als draußen. Sich im Winter zur Laufrunde zu motivieren, ist nicht immer leicht. Doch das Joggen bei kälteren Temperaturen bringt so einige Vorteile mit sich. Einer, der sich das ganze Jahr im Freien bewegt, ist Oliver Schuschel vom Lauftreff des SV Herbern. Für die perfekte Joggingrunde während der Wintermonate hat der erfahrende Läufer die passenden Tipps.

Eines stellt der 59-Jährige von vornherein direkt klar: Laufen sei ein Ganzjahressport – ganz unabhängig von der Jahreszeit. Daher spricht für ihn auch nichts dagegen, sich im Dezember oder Januar die ein oder andere Joggingrunde auf den Plan zu schreiben. Auch bei Minusgraden. Dann empfiehlt Schuschel jedoch, eher ein moderates Tempo anzuschlagen und größere Anstrengungen durch Sprints zu vermeiden. Joggingwetter sei also immer. Nur bei Glatteis und Gewitter sollten Sportler dann lieber drin bleiben, erklärt er.

Passende Kleidung ist Pflicht – auch im Winter

Bevor es aber überhaupt raus geht, gilt es, die richtige Kleidung auszuwählen. Der Herberner Läufer empfiehlt, eine Warnweste sowie eine Lauflampe dabei zu haben und grundsätzlich nicht zu viel anzuziehen. „Man gerät dann relativ schnell ins Schwitzen. Läufer sollten lieber so wenig anziehen, dass sie zu Beginn leicht fröstelt.“ Das lege sich nach ein oder zwei Kilometern aber, da der Körper dann auf der richtigen Temperatur sei.

Die Wahl der Laufstrecke hängt für Oliver Schuschel dann immer davon ab, zu welcher Tageszeit man joggt. Beim Lauftreff in Herbern seien die Läufer im Winter bei Dunkelheit fast ausschließlich auf Asphalt unterwegs und nicht auf Waldwegen, wo es Unebenheiten gibt. „Trotz Lampe sehen wir da nicht jede Kleinigkeit. Das Risiko, sich den Fuß zu vertreten, ist da dann deutlich größer“, erklärt der 59-Jährige. Von der Streckenlänge her macht Schuschel im Vergleich zum Sommer aber keinen Unterschied.

Atmung ist für jeden Läufer eine ganz individuelle Sache

Bei einem Thema will der Sportler vom Lauftreff Herbern keinen wirklich Tipp geben: der Atmung. Es gebe viele Bücher mit „schlauen Empfehlungen“, doch schlussendlich müsse jeder beim Joggen so atmen, wie es ihm am besten passt, so Schuschel. „Viele sagen, durch die Nase sei Atmen am besten, andere bekommen da aber zu wenig Luft. Ich halte deswegen nicht viel davon, eine bestimmte Variante als die Richtige vorzugeben.“

Oliver Schuschel (2. von r.) ist mit dem Lauftreff Herbern bei jedem Wetter draußen -auch im Winter.
Oliver Schuschel (2. von r.) ist mit dem Lauftreff Herbern bei jedem Wetter draußen -auch im Winter. © Thiessen/SVH © Thiessen/SVH

Er selbst atmet durch den Mund ein und auch wieder aus. Für Läufer, denen trotzdem zu viel kalte Luft in die Lungen strömt, gebe es die Möglichkeit eines Tuches vor dem Mund. Aber auch das gefällt nicht jedem, weiß der Herbener Läufer.

Laufen im Winter kann gegen „Winterblues“ vorbeugen

Eine Sache aber bleibt, egal ob richtige oder falsche Atmung: fehlende Motivation. Gerade bei schlechterem Wetter ist das auch für Schuschel eine große Sache. Einen richtigen Tipp hat er aber nicht. „Ich motiviere mich dadurch, dass ich einfach rausgehe. Wenn ich dann im Anschluss wieder im Warmen sitze, ist das ein richtig gutes Gefühl.“

Hinzu kommt, dass das Laufen vor allem in dunklen Monaten dazu beitragen kann, sich dem Sonnenlicht und damit auch Vitamin-D auszusetzen. Die Endorphine, die beim Joggen freigesetzt werden, können zudem dem sogenannten „Winterblues“ entgegenwirken, schreiben Mediziner.

Wer sich trotzdem nicht vom Sofa aufrappeln kann, den locken vielleicht die Vorteile vom Laufen im Winter. Denn zum einen stärken die regelmäßigen Runden an der frischen Luft das Immunsystem und die Abwehrkräfte. Für Schuschel kommt hinzu, dass die Sportler einen deutlichen Nutzen daraus ziehen, das ganze Jahr über zu joggen. „Im Frühjahr hat man dann eine gewisse Grundlagenausdauer sowie die entsprechende Fitness und fängt nicht bei Null an“, findet er.

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