260 Arbeitsstunden für ein Bühnenbild

KAB-Laienspielschar

Ein leicht modriger Geruch hängt in der Luft als Andreas Nölckenbockhoff die Türen zu den Katakomben der Theodor-Fontane Schule öffnet. Hier unten haben er und seine Bühnenbautruppe der KAB-Laienspielschar in einem Kellerraum ihr Reich.

HERBERN

von Von Tina Nitsche

, 08.12.2011, 16:44 Uhr / Lesedauer: 2 min
In den Katakomben der Theodor-Fontaneschule haben Buhnenbauchef Andreas Nölckenbockhoff und Heinrich Rohters (l.) ihr Reich. Hier im Keller haben sie Requisite, Werkzeug und alles was für den Bühnenbau erfoderlich ist untergebracht.

In den Katakomben der Theodor-Fontaneschule haben Buhnenbauchef Andreas Nölckenbockhoff und Heinrich Rohters (l.) ihr Reich. Hier im Keller haben sie Requisite, Werkzeug und alles was für den Bühnenbau erfoderlich ist untergebracht.

„So bewahren wir unsere ganzen Bühnenbilder auf“, lacht Andreas Nölckenbockhoff und bugsiert die Ziegelwand aus Holz vorsichtig wieder in den Ständer. Anschließend packen er und Heine Rothers sich eine schwere Kiste, die in einem braunen Schrank verschwinden. Die Malerei auf der dunklen Holzfront lassen auf einen Bauernschrank schließen.Nölckenbockhoff und seine Crew bestehend aus Kai Nienhaus, Alfons Kraß, Franz Wemhoff, Jörg Frigge und Ralf Wenner, gelten als die Männer hinter den Kulissen der KAB-Laienspielschar. „Ohne sie wären wir aufgeschmissen“, verrät Paul Ophaus. Jahr für Jahr sorgen sie dafür, dass die Akteure vor einer entsprechenden Kulisse auftreten können. Und dabei sind eine Portion Geschick, jede Menge Kreativität und noch mehr Arbeitseinsatz nötig. Für das diesjährige Stück „Tante Frieda“ haben die Jungs bereits sechs Samstage investiert. „Für das Stück „Tratsch im Treppenhaus“ waren es 260 Stunden“, gibt Andreas Nölkenbokchoff einen zahlentechnischen Einblick. Gelernt haben sie ihren Job eigentlich nicht.

„In unseren Reihen gibt es keinen Tischler oder Schreiner, aber Leute mit viel Geschick und Spaß an der Arbeit." So entwickelt Finanzbuchhalter Ralf Wenner beispielsweise ungeahnte Fähigkeiten im Umgang mit Holz „Der ist für alle Holzarbeiten zu gebrauchen“, lacht Heine Rothers. Rothers selbst ist bei der KAB-Laienspielschar in Doppelfunktion unterwegs. Als Akteur – dieses Mal in der Rolle des Fabrikanten – auf der Bühne, als Meister der Ton- und Lichttechnik dahinter. Auch Andreas Nölkenbockhoff und sein Team übernehmen weitere Arbeiten. Steht die Bühne, verdingen sie sich als Kartenverkäufer und sorgen auch während der Spielzeit dafür, das eventuelle Defekte sofort ausgemerzt werden. Ebenso sind sie diejenigen, die die Bestuhlung aufbauen. Am 17. Dezember krempeln sie dazu das erste Mal die Ärmel hoch, wenn das im Mahnke-Verlag erschienene plattdeutsche Theaterstück „Tante Frieda“ mit seiner Generalprobe in der Aula der Theodor-Fontane-Schule über die Bühne geht.