67-jähriger Ascheberger steht vor Schuldspruch

Landgericht Dortmund

Am Dortmunder Landgericht sind die Chancen des wegen Betruges mit Arbeitsverträgen angeklagten 67-jährigen Mannes aus Ascheberg auf einen Freispruch deutlich gesunken. Am Montag gaben die Richter das Ergebnis einer vorläufigen Zwischenberatung bekannt. Der Tenor: schuldig.

ASCHEBERG

14.11.2016 / Lesedauer: 2 min

„Nach derzeitigem Stand der Dinge sind wir der Überzeugung, dass der Angeklagte immer wieder Auszahlungen von der Arbeitsverwaltung eingestrichen hat, die ihm nicht zustanden“, sagte der Vorsitzende Thomas Beumer. Der heute 67-Jährige habe sich entweder regelmäßig selbst arbeitslos gemeldet und dabei gefälschte Arbeitsverträge mit viel zu hohen Gehaltszahlen vorgelegt. 

Oder aber er habe für sich oder andere Personen Eingliederungszuschüsse und andere Sonderleistungen beantragt und erhalten. „Das war dann die raffiniertere, fortgeschrittene Variante seines Handelns“, sagte der Vorsitzende der 43. Strafkammer.

Angeklagter soll Geschäftspartnerin betrogen haben

Darüber hinaus soll der Ascheberger auch eine frühere Geschäftspartnerin betrogen haben. Die Frau, die sich anfangs freiwillig bereit erklärt hatte, 200.000 Euro aus ihrem Privatvermögen für ein Firmenkonstrukt des Angeklagten zur Verfügung zu stellen, sei Schritt für Schritt um ihr Geld gebracht worden, sagen die Richter.

Der Vorsitzende wies am Montag mehrfach darauf hin, dass es sich bei seinen Ausführungen keineswegs bereits um eine verfestigte Meinung der Kammer handele. Er sagte dem 67-Jährigen jedoch auch: „Wenn Sie sich entschließen würden, diese Dinge so zu gestehen, wären wir hier schnell fertig.“

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