Abriss des Herberner Malteserstifts verschoben

Ehemaliges Krankenhaus

Eigentlich sollte der Malteserstift in Herbern Ende des Jahres abgerissen werden und damit dem Bau von neuen Wohnungen Platz machen. Doch weil der Verkauf der zukünftigen Wohneinheiten nur schleppend läuft, wird das Projekt verschoben. Für das fehlende Interesse gibt es verschiedene Gründe.

HERBERN

, 16.11.2016, 17:05 Uhr / Lesedauer: 1 min
Abriss des Herberner Malteserstifts verschoben

Christiane Reher (v. l.) und Reinhard Hartwig vom Vorstand der Volksbank Ascheberg-Herbern mit Immobilienberaterin Tanja Ostgathe neben einer Ansicht der geplanten Wohnbebauung auf dem Gelände des früheren Malteserstifts an der Altenhammstraße Herbern.

„Wir benötigen einen gewissen Prozentsatz an festen Verkäufen, damit der Bauherr starten kann“, sagt Reinhard Hartwig (63), noch bis Ende des Jahres Vorstandsmitglied der Volksbank Ascheberg-Herbern. Die Volksbank hat die Vermarktung der Immobilien übernommen, die die H+T Konzeptbau aus Vreden errichtet.

Derzeit lägen die Verkäufe noch unter 50 Prozent. Das reiche dem Investor nicht. Aus diesem Grund sagte Wolfgang Hoffschlag von H+T am Mittwoch auf Anfrage: „Den Abriss des alten Malteserstifts verschieben wir von November auf das Frühjahr 2017.“ Einen festen Termin für den Baubeginn könne er derzeit nicht nennen.

Verstärkt in die Vermarktung gehen

Für die Kaufzurückhaltung machen die Experten der Volksbank verschiedene Gründe verantwortlich. Bei auswärtigen Interessenten könnte Lärm durch die westlich gelegene Autobahn A1 eine Rolle spielen. Hartwig: „Die Herberner haben sich daran gewöhnt. Leute von außerhalb sind manchmal etwas skeptisch.“ Er verweist darauf, dass bei dem geplanten A1-Ausbau auf sechs Spuren in dem Bereich höchste Lärmschutz-Standards vorgesehen sind.

Weiterer Grund: Möglicherweise sehen potenzielle Käufer die Neubau-Anlage als Seniorenzentrum an. Das könnte durch die Geschichte des Malteserstifts sowie das nebenan gelegene Altenwohnheim bedingt sein. „Das ist es aber ganz und gar nicht“, rückt Immobilien-Beraterin Tanja Ostgathe (45) dieses Vorurteil gerade. „Die Wohnungen sind zwar barrierefrei, aber sie richten sich an alle Generationen.“

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Da sie gut ausgestattet sind, sind die Preise entsprechend. „Es sind keine Luxuswohnungen“, sagt die neue Volksbank-Vorstandsfrau und Hartwig-Nachfolgerin Christiane Reher (37), „aber sie haben eine gehobene Ausstattung“. Das Kreditinstitut will nun verstärkt in die Vermarktung gehen. Reinhard Hartwig: „Da ist ein gutes Projekt, von dem wir überzeugt sind.“  

So sind die Wohnungen aufgebaut:
In fünf Gebäudekomplexen auf dem Gelände zwischen Altenhammstraße und Bakenfelder Weg baut die Vredener Firma H+T 29 Wohnungen.
Sie sind mit Terrassen/Balkon, Tiefgarage und Aufzug ausgestattet.
Die Größen reichen von 66 bis 117 Quadratmeter.
Die Kaufpreise betragen zwischen 157.000 und 314.000 Euro, hinzu kommen Tiefgaragen- oder Stellplatz.
Die Wohnungen baut die Firma H+T schlüsselfertig, inklusive Böden und Malerarbeiten.

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