Barbara Stiens gibt das familliengeführte und gleichnamige Eisenwarengeschäft in der Dieningstraße bald auf. Damit endet nach 60 Jahren eine Ära in Ascheberg. © Claudia Hurek
Wirtschaft in Ascheberg

Ära in Ascheberg endet: Eisenwarenhandlung Stiens schließt nach 60 Jahren

Vor 60 Jahren wurde aus dem ehemaligen Tante-Emma-Laden von Heinrich Wiedei in der Dieningstraße in Ascheberg die jetzige Eisenwarenhandlung Eugen Stiens. Bald endet nun diese Ära.

Im Jahr 1998 verstarb Eugen Stiens im Alter von 71 Jahren plötzlich an einem Herzinfarkt und für Tochter Barbara war es keine Frage, das alteingesessene und von der Familie geführte Geschäft „von jetzt auf gleich“ weiter zu führen. „Ich habe bei Papa bereits meine Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau gemacht“, erklärt Stiens. „Für mich stand von Anfang an fest, dass ich den Laden dann auch einmal übernehmen werde.“

Jetzt, gut 20 Jahre später, und nach reiflicher Überlegung hat sich Barbara Stiens dazu entschieden, das Geschäft Anfang des kommenden Jahres aufzugeben und den wohlverdienten Ruhestand zu genießen. Ehemann Reinhold Fedtke, bereits seit einem Jahr im „Unruhestand“, hat seine Ehefrau in ihrer Entscheidung bestärkt.

Gemeinde Ascheberg kauft Gebäudekomplex

„Das Angebot der Gemeinde hat dann unsere Überlegungen nur bekräftigt“, sagt sie. Zum 31. Januar 2021 wird die Gemeinde Ascheberg Inhaberin des Gebäudekomplexes, in dem sich ebenfalls das Kosmetikinstitut InStyle-Kosmetik von Barbara Vollmer befindet; Den mit Vollmer bestehenden Mietvertrag übernimmt die Gemeinde.

Die alten Familienfotos des „Tante-Emma-Ladens“ von Heinrich Wiedei werden in Ehren gehalten.
Die alten Familienfotos des „Tante-Emma-Ladens“ von Heinrich Wiedei werden in Ehren gehalten. © Claudia Hurek © Claudia Hurek

Bei Stiens endet hingegen eine Ära. Der kleine Eisenwarenladen, in dem neben einer großen Anzahl an Eisenwaren, Werkzeugen, Schließanlagen, auch Pokale und Gravuren aller Art erhältlich sind, war schon eine Institution in Ascheberg. „Alleine der Schlüsseldienst ist eine sehr gefragte Dienstleistung“, sagt Barbara Stiens. „Mir werden meine Kunden und die vielen netten Gespräche schon fehlen.“

Geschäftshaus wurde um Anbau erweitert

Vor einigen Jahrzehnten wurde das Geschäftshaus um einen Anbau erweitert. Direkt neben dem Lebensmittelgeschäft seiner Schwiegereltern baute sich Eugen Stiens, der seine Ausbildung zum Kaufmann in Münster absolvierte, seinen Lebenstraum, einen eigenen Eisenwarenladen, auf.

Nach der Schließung des Geschäftes der Schwiegereltern, zog Stiens mit seinen Eisenwaren in das große Haus und der Anbau wurde vermietet. Ehefrau Hanni sowie einige Angestellte unterstützten den Geschäftsinhaber beim Verkauf. Das Sortiment erweiterte sich im Laufe der Jahre um Haushalts- und Geschenkartikel.

Bald schon ist der „kleine Baumarkt“ nun Geschichte und Barbara Stiens hat dann Zeit, die vielfältigen Hobbys gemeinsam mit Ehemann Reinhold genießen zu können. „Darauf freuen wir uns schon sehr .“ Dass Sohn oder Tochter das Geschäft einmal übernehmen, „stand für uns niemals zur Debatte“.

Ein großes Dankeschön richtet Barbara Stiens an dieser Stelle an ihre Kunden für die jahrelange Treue. „Aber wir bleiben Ascheberg ja auf jeden Fall als Privatmenschen erhalten.“

Über die Autorin
Redaktion Werne
Seit fast 30 Jahren ist Herbern nun unser Zuhause und seit gut vier Jahren darf ich über meinen zweiten Herzensort berichten. Ich habe einen großartigen Job als freie Mitarbeiterin, der den eigenen Horizont um ein Vielfaches erweitert.
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Claudia Hurek