Altes Krankenhaus: Zeit läuft gegen neuen Besitzer

Neubaupläne stocken

An der Stelle des 105 Jahre alten Krankenhauses an der Altenhammstraße sollen moderne, barrierefreie Wohnungen entstehen. Erst sollte der Abbruchbagger im Januar anrollen. Dann im März. Inzwischen will sich Cafer Sagir, Chef der Bielefelder Sagir AG, lieber nicht mehr festlegen. Jetzt tickt die Uhr gegen ihn.

HERBERN

, 16.06.2015, 19:22 Uhr / Lesedauer: 2 min
Altes Krankenhaus: Zeit läuft gegen neuen Besitzer

Seine Tage sind gezählt: das alte Krankenhaus in Herbern an der Altenhammstraße.

„Es wird noch was“, bekräftigt Cafer Sagir. Der Unternehmer hält an seinem Plan fest, auf dem Gelände des alten Krankenhauses Wohnungen zu bauen.  Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg.

Nein, eine Baugenehmigung liege immer noch nicht vor, sagt Aschebergs Bauamtsleiter Klaus van Roje auf Anfrage dieser Redaktion. Und noch einmal nein: Eine Zusammenarbeit mit der Volksbank Ascheberg-Herbern sei noch nicht beschlossene Sache, sagt Reinhard Hartwig, Vorstandsmitglied der Volksbank Ascheberg-Herbern.

Dass es zu dieser von Sagir seit Monaten angestrebten Kooperation bei der Vermarktung der Wohnungen je komme, hält Hartwig zu diesem Zeitpunkt für unwahrscheinlich: "Bleibt es bei den derzeitigen Plänen für den Neubau, werden wir nicht zusammenkommen.“  Das Konzept des Bielefelder Unternehmens, das in seiner Referenzliste neben Geschäftszentren, Industrie-, Hotel-, Kultur- und Sportbauten vor allem Senioren- und Pflegeeinrichtungen nennt, „überzeugt uns nicht“.

Vorbild Hofgarten

Nicht nur er und seine Kollegen, sondern vor allem die Kunden wünschten „anspruchsvoll und individuell gestaltete Wohnungen“, so Hartwig – so ähnlich wie im Ascheberger Hofgarten: eine neue Wohnanlage, die alle Generationen anspreche. „Die Jüngsten sind da um die 30 Jahre, die ältesten über 70.“ Hartwig liegt inzwischen eine Warteliste vor: Interessenten, die sich für eine barrierefreie Wohnung auf dem Gelände des ehemaligen Krankenhauses interessierten.

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Das, was Sagir zurzeit plane, würde deren Wohnwünsche aber kaum entsprechen: zu einheitlich und zu wenig Komfort. „Das sind reine Altenwohnungen“, meint Hartwig. Cafer Sagir kennt die Vorbehalte. Noch sei die Planung nicht abgeschlossen. „Das dauert bei einem solch großen Projekt eben“, sagt der Experte für Großprojekte.

Sagir räumt gegenüber dieser Redaktion offen ein, „dass wir genau rechnen müssen“. Erst hätten die hohen Abbruchkosten von rund 300.000 Euro das Projekt zum Stocken gebracht. Das Problem ist inzwischen gelöst.

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Die Sagir AG teilt sich die Kosten mit dem vorherigen Eigentümer der Immobilie, dem Malteserstift. Jetzt stellten die hohen Kosten für eine anspruchsvollere Gestaltung eine Schwierigkeit dar. Cafer Sagir will auch dafür eine Lösung finden. Viel Zeit bleibt ihm aber nicht mehr. Dem Vernehmen nach fällt das Gebäude wieder zurück ans Malteserstift, wenn der neue Eigentümer nicht bis zu einem vertraglich vereinbarten Termin mit dem Bau begonnen hat. „In diesem Jahr muss es etwas werden“, sagt Sagir dazu nur.

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