Anne Markfort ist seit sechs Monaten Amtsleiterin

Im Interview

Vor einem halben Jahr hat Anne Markfort (33) die Nachfolge von Hauptamtsleiter Alexander Ruhe angetreten. Zu ihren Aufgaben zählen neben der Organisation des Personals auch die Bereiche Schule und Finanzen. Gemeinsam mit unserem Redakteur Daniel Claeßen blickte sie auf ihren Start in der Gemeinde Ascheberg zurück.

HERBERN/Ascheberg

, 31.05.2017, 16:28 Uhr / Lesedauer: 3 min
Anne Markfort  ist seit sechs Monaten Amtsleiterin

Anne Markfort ist seit einem halben Jahr Gemeindeverwaltungsrätin im Ascheberger Rathaus. Bürgermeister Bert Risthaus begrüßte sie vor sechs Monaten offiziell.

Frau Markfort, wie lange waren Sie eigentlich vor ihrem Wechsel nach Ascheberg in Emsdetten beschäftigt?

16 Jahre. Ich habe dort meine Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten absolviert, außerdem mein Studium zur Diplom-Verwaltungswirtin und schließlich an der FH Dortmund berufsbegleitend den Master Business Administration.

 

Und was waren Ihre Schwerpunkte?

Ich habe in vielen Abteilungen gearbeitet. Unter anderem Abteilung Straßen und Entsorgung, Sozialamt, Stabsstelle des Bürgermeisters und zuletzt Leiterin der Bauverwaltung.

 

Wenn man in einer Verwaltung derart zuhause ist – warum wechselt man dann nach Ascheberg?

Weil es natürlich eine berufliche Weiterentwicklung und Herausforderung ist. Gerade die Bereiche Personal und Finanzen passen perfekt zu meinem Studium. Ich wollte diesen Schritt gehen, und habe es nicht bereut – zumal mich die Kollegen hier sehr gut aufgenommen haben.

 

Sind Personal und Finanzen tatsächlich ihr Alltag?

Das gehört zum Tagesgeschäft, ja. Natürlich spüren wir, dass die Verfügbarkeit von Arbeitnehmern weniger wird, weshalb wir uns z.B. näher mit den Themen Ausbildung von Nachwuchskräften und Vereinbarkeit von Familie und Beruf beschäftigen. Bei der Gemeinde Ascheberg wird rund ein Drittel der Belegschaft in den nächsten 10 Jahren altersbedingt ausscheiden – hier entsteht also Personalbedarf.

 

Was kann Ascheberg denn in Konkurrenz zu anderen Kommunen in die Waagschale werfen?

Wir haben eine sehr gute Konjunktur und entsprechende Steuereinnahmen. Diese Situation ist ein Vorteil – wir haben außerdem eine Ausgleichsrücklage und kein Haushaltssicherungskonzept und somit gute Voraussetzungen für Handlungsspielräume. Hat man diesen Spielraum nicht und muss beispielsweise freiwillige Leistungen zurückfahren, wird das kommunale Handeln schwieriger und die Arbeit der Mitarbeiter komplizierter. Außerdem hat man in der Gemeindeverwaltung Ascheberg zum Beispiel kurze Wege bei Abstimmungsprozessen und man kennt sich untereinander.

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Diese Situation ist aber eine Momentaufnahme.

Wir sind gerade optimistisch, dass die Situation für Ascheberg noch eine Weile anhalten wird.

 

Personal, Finanzen – und was noch?

Eine ganze Menge: IT, Gebäudebewirtschaftung und –verwaltung, Gemeindemarketing. Und natürlich die Schulen.

 

Schafft man das alles alleine?

Ja, das ist möglich mit Unterstützung der Kolleginnen und Kollegen. Aber man muss sich darüber im Klaren sein, dass nicht alles auf einmal geht. Stattdessen muss man sich gut überlegen: Was mache ich zuerst, was kommt danach?

 

Und was kommt zuerst?

Die Personalentwicklung hatte ich ja schon angesprochen. Wir beschäftigen uns aktuell natürlich auch intensiv mit der Schullandschaft. Zum einen mit der Profilschule, zum anderen mit der Burgschule, die nächsten Monat ausläuft, und um deren Gebäudenachnutzung ich mich derzeit kümmere.

 

Die designierte Landesregierung will die Förderschulen wieder stärken.

Ja, aber für die Burg-Schule ist diese Absicht wohl zu spät, denn die entsprechenden Beschlüsse sind gefasst. Die Bescheide zum Auslaufen liegen vor. Die Abschlussveranstaltung findet in einem Monat statt. Das Auslaufen unserer Schule steht nicht zur Disposition.

 

Die Politik hat gefordert, die Profilschule offensiver zu bewerben. Was ist da konkret geplant?

Die Zukunftswerkstatt hat ja bereits stattgefunden, die Ergebnisse haben wir ausgewertet. Aktuell erarbeiten wir zusammen mit der Schulleitung einen Maßnahmen- und Marketingplan.

 

Wie sieht der aus?

Wir wollen zum Beispiel die Pressearbeit verbessern, die Homepage neu konzipieren und Eltern sowie möglichen Interessenten gezielter Informationen zukommen lassen.

 

Ist das nicht ohnehin Aufgabe einer Schule?

Es geht darum, sich stetig zu verbessern und Abläufe zu optimieren. Nicht zu vergessen: Die Stelle der Schulleitung ist neu ausgeschrieben und Herr Nas ist inzwischen kommissarischer stellvertretender Schulleiter. In der Regel ergeben sich durch personelle Wechsel immer Veränderungen und neue Impulse.

 

Gibt es da schon einen Termin?

Wir sind von der Bezirksregierung hinsichtlich der Besetzung der Schulleitungsstelle abhängig, die die Bewerbungen sichten muss. Ich hoffe, dass wir zum nächsten Schul- und Kulturausschuss am 29. Juni schon neue Informationen vorbringen können.

Gibt es etwas, dass Sie persönlich in Ascheberg gerne verändern würden?

Ich denke, dass wir bei der Digitalisierung der Verwaltungsarbeit noch Potenzial haben.

 

Da trifft es sich gut, wenn ein Drittel der Belegschaft durch junge Kollegen ersetzt wird, für die das bereits Alltag ist.

Man braucht eine Balance und einen Mix in der Belegschaft, junge aber auch erfahrene Kräfte. Es wäre töricht, auf die Erfahrungen der älteren Mitarbeiter zu verzichten. Gerade in den vergangenen Monaten habe ich mich immer wieder an die Kolleginnen und Kollegen gewendet, die schon viele Jahre bei der Gemeinde Ascheberg sind. Von diesem Wissen und den Erfahrungen profitiert man häufig.

 

Sie wohnen in Emsdetten. Schaffen Sie es trotzdem, die Nähe zu den Aschebergern zu halten?

Dadurch, dass wir keine große Stadt sind, ist der Kontakt ja schneller hergestellt. Zuletzt bin ich zum Beispiel bei der Schulbegehung in Davensberg oder bei der Schulpflegschaftsversammlung der Profilschule mit Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch gekommen.

 

Ein Umzug nach Ascheberg ist also nicht angedacht?

Er steht im Moment nicht zur Debatte.

 

Gibt es trotzdem einen Lieblingsplatz in Ascheberg?

In meiner Mittagspause gehe ich gerne auch mal raus aus dem Rathaus. Dann spaziere ich gerne in Richtung Schlingermanns Hof. Da ist es ruhig, und man kommt an einer Eisdiele und Bäckerei vorbei. (lacht)

 

Und dann spricht man Sie besser nicht an?

Warum nicht? Ich nutze auch gerne die vielfältigen Möglichkeiten der Kommunikation, wie z.B. E-Mail oder das Smartphone. Da bin ich flexibel: Wenn ich da bin, bin ich da.

 

Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Genau hier, in der Gemeinde Ascheberg.

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