Anspruchsvolle Aufgabe für den SV Herbern

Fußball: Landesliga

Fußball-Landesligist SV Herbern steht vor einer anspruchsvollen Aufgabe: Am Sonntag empfängt die Mannschaft Grün-Weiß Nottuln. Der Werner SC wiederum hofft, dass er seine kleine Serie ausbauen kann - auch beim TuS Altenberge.

WERNE/HERBERN

, 06.10.2017 / Lesedauer: 4 min
Anspruchsvolle Aufgabe für den SV Herbern

Wenig Masse, viel Klasse: Trotz seiner zarten Statur weiß sich Yannick Lachowicz (r.) im Zweikampf zu behaupten.

Fußball: Landesliga 4 TuS Altenberge - Werner SC Sonntag, 15 Uhr, Rasenplatz, Sportzentrum 2, 48341 Altenberge

Schlecht lesen sich die letzten drei Egebnisse des WSC nicht: 1:1 in Senden, 4:1-Heimsieg gegen Preußen Lengerich und noch ein 4:1-Erfolg in der dritten Runde des Kreispokals bei A-Kreisligist BW Greven am Dienstag. Positive Erlebnisse für die Mannschaft von Lars Müller, die aber nicht darüber hinwegtäuschen dürfen, wo die Werner derzeit noch in der Liga stehen: Auf Rang 14 von 16, Abstiegsplatz.

Mit einem Sieg im Auswärtsspiel am Sonntag gegen den TuS Altenberge könnten die Werner auf einen Nichtabstiegsplatz springen, mit etwas Glück würde dafür sogar ein Punkt reichen. „Die Ausgangslage ist wie vor dem Spiel gegen Lengerich. Gewinnen wir, lassen wie den TuS unten drin und rücken ran. Das muss das Ziel sein“, sagt WSC-Trainer Lars Müller.

Chance auf einen Nichtabstiegsplatz

Ein möglicher Nichtabstiegsplatz wäre dann aus seiner Sicht ein „schöner Nebeneffekt.“ Konfrontiert mit den Werner Zielen muss TuS-Trainer Florian Reckels schmunzeln. „Das können sie gerne versuchen. Wir wissen natürlich, dass Werne im Kommen ist und müssen voll gegenhalten“, sagt Reckels.

Ihren Anteil daran, das Werne „im Kommen ist“, haben auch die beiden jungen Neuzugänge vom SV Herbern, Henry Poggenpohl und Yanick Lachowicz. „Die beiden machen das gut. Dass sie hin und wieder eine Situation falsch einschätzen, gehört dazu. Da fehlt die Erfahrung. Wenn sie die haben, dann können beide noch sehr wichtig werden“, sagt Müller.

Youngster sind gesetzt

Lachowicz im Mittelfeld und Poggenpohl als Außenverteidiger sind derzeit gesetzt. Genau wie Mondrian Runde, der gegen Lengerich fehlte und unter der Woche zwei Tore im Pokal schoss. Er wird für Tobias Jücker ins rechte Mittelfeld rücken. Jücker ist wie Dominik Hennes beruflich verhindert am Sonntag.

Fehlen wird auch Marvin Bruland, der sich am Dienstag gezerrt hat. Stürmer Jannik Prinz muss noch zwei Spiele zuschauen, auf sechs Pflichtspiele wurde seine Sperre nach der Roten Karte am 5. Spieltag gegen Nottuln festgelegt. „Eine bemerkenswerte Sperre“, findet Lars Müller. Immerhin: Beim Derby gegen den SV Herbern am Freitag, 20. Oktober, darf Prinz wieder spielen.

Auf Altenberger Seite fehlen Trainer Florian Reckels Lennart Rausch, der im Urlaub ist und Henrik Wilpsbäumer. Letzterer war zwar bereits im Urlaub, hat aber Trainingsrückstand und ist für Reckels daher noch keine Option für das Spiel. Davon ab kann der Trainer auf seinen kompletten Kader zurückgreifen.

SV Herbern – GW Nottuln Sonntag, 15 Uhr, Sportanlage Herbern, Werner Str. 10a, 59387 Ascheberg

Was in der Vergangenheit war, interessiert beide Trainer nicht sonderlich. „Ich schaue sowieso lieber nach vorne, als zurück“, sagt Herberns Trainer Holger Möllers vor dem anstehenden Duell am Sonntag mit Grün-Weiß Nottuln. Die letzten drei Vergleiche der beiden Klubs konnte seine Mannschaft nicht für sich entscheiden. In der Vorsaison setzte es für Herbern in der Hinrunde eine 1:3-Auswärtspleite, beim Rückspiel trennte man sich 1:1. Auf dem Papier hat es also den Anschein, als würde Herbern den Grün-Weißen durchaus liegen.

Diesen Eindruck möchte Nottuln-Coach Oliver Glaser nicht bestätigen. „Da vergleichen wir Äpfel mit Birnen“, sagt der Trainer mit Blick auf den guten Saisonstart der Gastgeber und den eigenen Anlaufschwierigkeiten in der laufenden Spielzeit. Der jüngste 3:1-Erfolg gegen SV Burgsteinfurt stimmt den Coach optimistisch, dass sein Team auch in Herbern Zählbares mit ins Gepäck nach Hause nehmen kann.

An die Leistungsgrenze gehen

Doch die Personalprobleme im Angriff wiegen weiter schwer. Clemens Donner und Steffen Beughold fehlen bereits die komplette Hinserie, es hapert in der Chancenverwertung. „Wir erspielen uns Chancen, nutzen diese aber nicht oft genug. Doch wir arbeiten im Training daran, ich vertraue meinen Jungs voll und ganz“, hofft Glaser auf die Wiederentdeckung der eigenen Treffsicherheit.

Holger Möllers tut das naturgemäß nicht. „Nottuln hat zuhause eine bessere Bilanz als auswärts. Wir wollen dafür sorgen, dass sie nicht gerade bei uns ihre Bilanz aufpolieren.“ Vielmehr möchte er den heimischen Zuschauern ein gutes Spiel bieten und verlangt von seinen Jungs, dass sie an ihre Leistungsgrenze gehen: „In den letzten Spielen ist uns das gut gelungen.“

Gehobenes Niveau

Den Gegner schätzt er trotz der Abschlussschwäche stark ein. „Nottuln hat gehobenes Landesliganiveau. Ihr Anspruch sind die Top Fünf, das Personal dazu haben sie auf jeden Fall“, lautet Möllers Fazit, der für Sonntag „eine enge Kiste“ prognostiziert.

Auch Oliver Glaser ist sich der Schwere der Aufgabe bewusst: „Herbern ist sehr lauf- und zweikampfstark. Sie werden zuhause aggressiv auftreten und uns unter Druck setzen wollen. Da gilt es, dagegenzuhalten.“

Personell lässt sich SVH-Trainer Möllers vor dem Anpfiff nicht in die Karten gucken. Der 8:1-Spaziergang im Kreispokal gegen Gremmendorf hat keine Spuren hinterlassen, alle Spieler sind fit. Ob sich jemand besonders für die Startelf gegen Nottulnempfohlen habe, wollte Möllers nicht verraten: „Alle haben ihre Chance genutzt, keiner ist abgefallen.“

Ob Toptorschütze Simon Mors (vier Treffer), der in der Vorwoche gegen den SV Mesum als Joker den späten Ausgleich zum 1:1- Endstand erzielte und gegen Gremmendorf unter der Woche im Pokal einen Dreierpack schnürte, von Beginn an ran darf, blieb am Freitag ebenfalls Möllers Geheimnis. „Es kann sein. Aber offensichtlich tut es ihm ja auch gut, erst im Laufe des Spiels reingeschubst zu werden“, so Möllers vielsagend.

 

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