Antifa blockierte Abschiebung in Herbern

24-Jähriger verschwunden

Dieser 24-Jährige aus Guinea soll nicht abgeschoben werden. Das war das Ziel von rund 30 Demonstranten, die am frühen Dienstagmorgen in Herbern protestierten. Die Blockade vor der Asylbewerber-Unterkunft an der Rankenstraße verlief friedlich. War aber letztlich auch überflüssig.

HERBERN

, 23.12.2015, 13:50 Uhr / Lesedauer: 1 min
Rund 30 Aktivisten protestierten gegen die Abschiebung. Zehn von ihnen blockierten die Treppe.

Rund 30 Aktivisten protestierten gegen die Abschiebung. Zehn von ihnen blockierten die Treppe.

Laut Angaben der Polizei befand sich der 24-Jährige nicht mehr im Gebäude. Polizeisprecher Ralf Storcks: „Der Protest der jungen Menschen verlief friedlich, es kam zu keinerlei Zwischenfällen.“

Etwa 30 Personen von rund 16 bis 25 Jahren hatten sich am Dienstag gegen 6 Uhr vor dem Gebäude an der Rankenstraße versammelt, um gegen die Abschiebung zu protestieren. Zehn von ihnen hatten sich auf die Treppenstufen gesetzt. 

Polizei: "Der Mann ist zur Festnahme ausgeschrieben"

Die Ausländerbehörde des Kreises Coesfeld rief daraufhin die Polizei. Als sie eintraf, machten die Protestler laut Ralf Storcks sofort Platz. Dennoch war der Einsatz vergebens: Der 24-Jährige befand sich nicht in dem Gebäude.

Polizeisprecher Storcks: „Der Mann ist nun zur Festnahme ausgeschrieben.“ Die Antifa wertet die Aktion  in einer Pressemitteilung  als Erfolg.

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Ausländerbehörde schweigt: "Das sind geschützte Daten"

Über die genauen Gründe hüllt sich die Ausländerbehörde des Kreises Coesfeld in Schweigen. Kreissprecher Christoph Hüsing: „Das sind geschützte Daten, wir können zu dem Fall nichts sagen.“

Klar ist nur, dass der 24-Jährige aufgrund des Dublin-Abkommens aus Herbern abgeschoben werden soll. Das bedeutet, dass er in dem Land bleiben muss, in dem er als ersten Boden innerhalb des so genannten Schengenraum betreten hat. Das ist in diesem Fall offenbar Belgien. Dort hätte der Asylsuchende bleiben müssen.

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