Antifa reagiert auf Brandanschlag in Ascheberg

Polizei sucht weiter Zeugen

Die Ermittlungen zum Brandanschlag auf die Asylbewerber-Unterkunft an der Bultenstraße gehen nicht voran. Der Staatsschutz hat nach Auskunft aus dem Polizeipräsidium Münster keinerlei neue Erkenntnisse. Die Polizei sucht weiter nach Zeugen. Derweil hat die Antifa ein provokantes Transparent angebracht.

ASCHEBERG

, 11.01.2016, 16:26 Uhr / Lesedauer: 1 min
Das Transparent der Antifa an der Feuerwehrwache.

Das Transparent der Antifa an der Feuerwehrwache.

Bislang sind noch keine Zeugenhinweise eingegangen, sagt Polizeisprecherin Angela Lüttmann. „Es wäre gut, wenn jemand etwas gesehen hat und uns unterrichtet.“ Hinweise nimmt die Polizei Münster unter Tel. (0251) 2750 entgegen.

Der Tatzeitraum lässt sich eng eingrenzen. Polizeibeamte hatten die Flammen an der Flüchtlingsunterkunft am Bultenweg am frühen Samstagmorgen gegen 2.50 Uhr entdeckt. „Maximal eine halbe Stunde vorher dürften die Täter aktiv gewesen sein“, mutmaßt Lüttmann.

Großes Entsetzen

Der Anschlag, bei dem niemand der 34 Bewohner der ehemaligen Gaststätte Geismann zu Schaden kam, hat für großes Entsetzen gesorgt. Antifaschisten aus Ascheberg haben als Reaktion in der Nacht von Samstag auf Sonntag mehrere Transparente in Ascheberg aufgehängt.

Mit dieser Aktion möchten die linken Aktivisten den Brandanschlag auf die Flüchtlingsunterkunft in der Bultenstraße thematisieren.

„Nazis zündeln – Schaut ihr zu?“ 

Durch das Anbringen eines Transparents mit der Aufschrift „Nazis zündeln – Schaut ihr zu?“ gegenüber der Feuerwache in Ascheberg möchten die Aktivisten die Dorfbewohner nach eigenen Angaben dazu bewegen, sich Gedanken über die Hintergründe und Folgen des Brandanschlages auf die Flüchtlingsunterkunft zu machen und aktiv gegen rassistisch motivierte Angriffe auf Geflüchtete zu werden.

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In einer Antifa-Stellungnahme heißt es: „Bisher haben sich viele Ascheberger in hohem Maße für Flüchtlinge eingesetzt und sind nun schockiert von dem Anschlag. Doch dieser kommt nicht so überraschend, wie viele Bürger vielleicht denken: Im ganzen Münsterland werden Angriffe auf Geflüchtete und ihre Unterkünfte immer häufiger. Diese Angriffe sind dabei Resultat einer zunehmend rassistischen Grundstimmung in den Ortschaften.“

Kritik am Bürgermeister

Die Gruppe kritisiert in dem Zusammenhang Bürgermeister Dr. Bert Risthaus. Er habe mit seiner Überlastungsanzeige und entsprechenden Aussagen der „gelebten Willkommenskultur“ in Ascheberg einen Dämpfer verpasst. Das habe großen Einfluss auf die Einstellung der Bürger gehabt und wie ein „Katalysator für rassistische motivierte Angriffe“ gewirkt.