Arbeitsagentur betrogen: Ein Verfahren eingestellt

Deal für Aschebergerin

Das Verfahren gegen eine Aschebergerin (63) ist eingestellt - im Gegenzug muss sie Sozialstunden ableisten. Der Prozess gegen den Hauptangeklagten wird hingegen fortgesetzt. Die Gruppe soll Arbeitsagenturen in mehreren Städten - darunter Dortmund, Lünen und Selm - um rund 450.000 Euro betrogen haben.

DORTMUND/ASCHEBERG

04.03.2016, 12:05 Uhr / Lesedauer: 1 min

Innerhalb der nächsten sechs Monate muss die Frau aus Ascheberg 150 Stunden gemeinnützige Arbeit ableisten. Wo die 63-Jährige ihren Dienst antreten wird, steht noch nicht hundertprozentig fest. Gerne würde sie im Dortmunder Zoo anfangen und dort beispielsweise in einer der Futterküchen ihre Arbeitskraft anbieten.

Eine Geldauflage anstelle der Sozialstunden schied nach Ansicht von Staatsanwaltschaft und Gericht aus. Und auch Verteidiger Marco Ostmeyer aus Dortmund sagte: „Es ist nichts vorhanden. Wenn man so will, war Geldnot ja auch der Anlass für die angeklagten Taten.“

Angeklagte hatte gestanden

Die 63-Jährige hatte zuletzt doch noch gestanden, sich jahrelang an den betrügerischen Machenschaften ihres Ex-Mannes und mehrerer seiner Freunde und Freundinnen beteiligt zu haben. Die Gruppe soll zahlreiche Unternehmen gegründet haben, um anschließend für nur auf dem Papier existierende Angestellte Zuschussleistungen bei der Arbeitsagentur zu beantragen.

Die Staatsanwaltschaft hat eine Vielzahl von Fällen zusammen getragen. Die Tatorte lagen danach in Dortmund, Lünen, Selm, Unna, Rheine, Lüdinghausen, Coesfeld, Dresden, Osnabrück und Warendorf. Der Schaden soll sich auf rund 450.000 Euro belaufen.

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Ab Ende April muss sich schließlich der mutmaßliche Haupttäter vor der gleichen Strafkammer des Dortmunder Landgerichts verantworten. Das Verfahren gegen den Mann war ausgesetzt worden, weil sich der Angeklagte einer Bandscheiben-Operation unterziehen musste.

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