Ascheberger CDU und UWG: Nein zur Inklusion

"Ort des gemeinsamen Lernens"

Die Ascheberger Lambertusschule als "Ort des gemeinsamen Lernens" für Kinder mit und ohne Handicap - dieses Konzept ist wohl vorerst vom Tisch. Bei einer Abstimmung am Dienstag wurde im Schulausschuss ein deutliches Nein laut. Der Ausschuss sieht die Schule nicht in der Lage, die Inklusion zu meistern.

ASCHEBERG

, 15.06.2016, 19:03 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ascheberger CDU und UWG: Nein zur Inklusion

Als Hängepartie und schwieriger Balanceakt erweist sich der Unterricht von Kindern mit und ohne Behinderung. Aus der Idee, die Kinder mit besonderem Förderbedarf in der Ascheberger zusammenzuführen, ist nichts geworden.

„Die Eltern haben die Faxen dicke“, bricht es am Dienstagabend im Schulausschuss aus Maria Schulte-Loh (CDU) heraus. Die gut funktionierende Förderschule würde geschlossen, die Regelschulen erhielten aber nicht ausreichend Unterstützung, um Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam zu unterrichten (Inklusion). „Das Beste für unsere Kinder sieht anders aus“, stimmte Volker Müller-Middendorf (UWG) zu.

CDU und UWG stimmten gegen die Ausweisung der Lambertusschule als „Ort des gemeinsamen Lernens“. Das Ansinnen der Schulaufsicht, an der Grundschule im Ortsteil Ascheberg alle Kinder mit Förderbedarf gemeinsam zu unterrichten – und zu fördern – ist damit vom Tisch.

"Ein Zeichen setzen"

Denn lediglich die SPD stimmte dafür. „Wir sind der Meinung, dass die Lambertusschule nicht in der Lage ist, diese Aufgabe auszuführen“, sagte Müller-Middendorf. Weder die personelle, noch die sächliche Ausstattung genügten. Schulte-Loh ließ keinen Zweifel daran, dass weniger die Schulaufsichtsbehörde Adressat dieses „Neins“ aus Ascheberg ist, als vielmehr die Landesregierung, die die Inklusion ins Schulgesetz geschrieben hatte. „Wir wollen ein Zeichen setzen.“

Schulamtsleiter Alexander Ruhe wies darauf hin, welche Konsequenzen dieses Votum habe. Wenn keine Schwerpunktschule benannt werde, „müssen alle Grundschulen inklusiv beschulen“.

Fachkräfte müssten pendeln

Die Fachkräfte müssten dafür zwischen Ascheberg und Davensberg hin- und herpendeln. Das gehe zulasten der zu betreuenden Kinder, sagte Johannes Waldmann (SPD). „Wir wissen das“ hielt Müller-Middendorf dagegen. „Aber so geht es nicht weiter.“

„Extrem fordernd“ und an die eigenen Grenzen führend hat Schulleiterin Charlotte Bücker in einer Stellnugnahme der Schule die aktuelle Situation genannt. Für das nächste Schuljahr erwartet sie „17 diagnostizierte inklusive Kinder“ (also mit Handicap), neun Kinder aus Pflegefamilien oder Wohngruppen, 19 ohne Deutschkenntnisse und 40 mit Migrationshintergrund. Dass sie und die anderen Grundschullehrer der Gemeinde all diesen unterschiedlichen Kindern gerecht zu werden versuchten, zollte Schulte-Loh „großen Respekt“ ab.

Flüchtlinge in Herbern

Hätte das Konzept „Ort des gemeinsamen Lernens“ gegriffen, wollte die Gemeinde die Lambertusschule an einer Stelle entlasten. Die Flüchtlingskinder sollten dann grundsätzlich alle in der Herberner Marienschule unterrichtet werden. Das ist mit dem „Nein“ hinfällig geworden. 

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