Ascheberger füllte Anträge bewusst lückenhaft aus

Gerichtsprozess

Er redet viel und hat immer eine vermeintlich passende Antwort parat: Der Betrugsprozess gegen einen 67-jährigen Ascheberger vor dem Dortmunder Landgericht ging am Donnerstag weiter. Der Mann soll eine halbe Million Euro von der Agentur für Arbeit ergaunert haben. Am Donnerstag gab es das erste Eingeständnis.

ASCHEBERG/DORTMUND

23.06.2016, 15:49 Uhr / Lesedauer: 1 min

Im Betrugsprozess vor dem Dortmunder Landgericht hat der angeklagte 67-jährige Ascheberger erste Unregelmäßigkeiten zugegeben. Einen Antrag auf Zuschussleistungen von der Arbeitsagentur habe er 2006 bewusst unvollständig ausgefüllt, um den Anschein zu erwecken, dass ihm das Geld auch wirklich zustehe, räumte der Mann am Donnerstag ein.

Angeklagter schiebt schwarzen Peter seiner früheren Geschäftsfreundin zu

An der grundsätzlichen Verteidigungslinie des 67-Jährigen hat sich indes nichts geändert. Er redet viel. Er hat auf alle Fragen der Richter eine vermeintlich passende Antwort parat. Und er schiebt den schwarzen Peter zum Großteil einer früheren Geschäftsfreundin zu.

Diese sei mit allen Wassern gewaschen und habe ihm damals stellenweise monatelang sein sauer verdientes Geld vorenthalten. „Dass das nicht förderlich für meine Laune war, kann man sich bestimmt vorstellen“, sagte der Ascheberger den Richtern.

Von der Richterbank schlägt dem Angeklagten allerdings deutlicher Argwohn entgegen. Die 43. Strafkammer ist weit davon entfernt, die Aussagen des Angeklagten einfach so hinzunehmen. Gleich mehrmals musste der Vorsitzende Richter Thomas Beumer den 67-Jährigen am Donnerstag ermahnen.

„Ich verspreche Ihnen, dass das hier ein sehr, sehr langer Prozess wird“, sagte der Richter. Denn: „Sie haben sich entschlossen, das volle Aufklärungsprogramm in Anspruch zu nehmen. Und deshalb werden wir jeden Halbsatz ihrer Aussage überprüfen und schauen, ob sich der Inhalt mit dem, was wir in den Akten finden, in Einklang bringen lässt.“

Ascheberger ist von einem Geständnis meilenweit entfernt

Großen Eindruck machte diese Warnung auf den Ascheberger aber anscheinend nicht. Von einem Geständnis, dass er tatsächlich mit reihenweise falschen Anträgen die Arbeitsagentur um fast eine halbe Million Euro erleichtert hat, ist er jedenfalls weit entfernt. Schon jetzt sind deshalb Verhandlungstage bis Ende des Jahres angesetzt worden.

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