Ascheberger haben Angst vor Internet-Lücke

Glasfaserausbau

Seit Dezember laufen die Arbeiten zum Glasfaserausbau der Breitbandversorgung (BBV) Münsterland und Kooperationspartner Helinet in Ascheberg. Um Ostern sollen die ersten Kunden mit schnellem Internet versorgt sein. Nun gibt es Irritationen in Sachen Anbieterwechsel.

ASCHEBERG

, 08.02.2016 / Lesedauer: 2 min
Ascheberger haben Angst vor Internet-Lücke

Der Glasfaserausbau in Ascherberg soll laut Breitbandversorgung (BBV) Münsterland Ende Juni beendet sein.

„Mein Vertrag bei 1&1 läuft am ersten April aus. Ich bin davon ausgegangen, dass Helinet als neuer Anbieter sich um die Kündigung kümmert. Jetzt wurde mein alter Vertrag doch noch automatisch um ein Jahr verlängert – und das zu teureren Konditionen“, schimpft Frank Möllers.

Der Ascheberger, sachkundiger Bürger im Wirtschaftsförderungsausschuss, war eigentlich erfreut, als er von dem geplanten Glasfaserausbau erfuhr. Bis jetzt. Und er steht nicht alleine da. „Es sind bestimmt noch einige andere Kunden davon betroffen“, gab Helinet-Geschäftsführer Ralf Schütte auf RN-Anfrage zu.

Helinet: "Kein Versäumnis"

Die Tatsache, dass das Unternehmen bislang noch nicht mit den aktuellen Anbietern der Kunden Kontakt aufgenommen habe, sei aber kein Versäumnis, sondern vielmehr eine Vorsichtsmaßnahme. „Das tun wir erst, wenn wir genau wissen, wann unsere Leitungen zur Verfügung stehen.“

Dies habe man bei den öffentlichen Infoveranstaltungen auch klar gesagt – und den Kunden zudem von einer eigenständigen Kündigung abgeraten. Ebenfalls aus Sicherheitsgründen. Denn wer nicht wisse, wann die Leitung fertig sei, stehe sonst womöglich ganz ohne Internet da.

BBV geht anderen Weg

„Wir empfehlen den Kunden aber, ihre Vertragslaufzeiten im Blick zu behalten und als Überbrückung gegebenenfalls Verträge mit kürzerer Laufzeit – zum Beispiel für einen Monat – abzuschließen“, so Schütte weiter. BBV Münsterland favorisiert dagegen eine andere Lösung, bei der das Unternehmen für den Kunden im Bedarfsfall einen Überbrückungsvertrag organisiert. Das zieht allerdings zwei sogenannte Portierungsprozesse nach sich. Davon hält Helinet-Mann Schütte gar nichts: „Da gibt es zu viele Risiken. Bei fünf Prozent dieser Vorgänge geht etwas schief.“ 

So funktioniert der Anbieterwechsel
Insgesamt haben Helinet und BBV etwas mehr als 2000 Vertragsabschlüsse in Ascheberg erzielt. Diese gelten natürlich frühestens, sobald die Anschlüsse an das Glasfasernetz auch zur Verfügung stehen. Sofern es bei den Verträgen mit altem und neuem Anbieter zu Überschneidungen kommt, gelten für Kunden in diesem Zeitraum lediglich die Konditionen des alten Vertrags. Sie können bei Bedarf allerdings auch das Glasfasernetz nutzen – zahlen dann jedoch doppelt. Helinet will Kunden und ihre bisherigen Anbieter kontaktieren, sobald der genaue Termin für die Fertigstellung des Ausbaus feststeht.

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