Ascheberger wegen Alkohol am Steuer verurteilt

In Bergkamen aufgefallen

Seinen Frust ertränkte ein Mann aus Ascheberg im Mai 2015 offenbar im Alkohol. Er setzte sich hinter das Steuer und wurde in Bergkamen mit weit über zwei Promille und ohne Führerschein erwischt. Jetzt hatte die Fahrt ein Nachspiel vor dem Amtsgericht Kamen.

ASCHEBERG/BERGKAMEN

von Sylvia Mönnig

, 10.08.2016, 16:08 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der 12. Mai vergangenen Jahres hätte für den 54 Jahre alten Ascheberger schlechter kaum laufen können: Morgens musste er sich wegen einer Trunkenheitsfahrt vor Gericht verantworten. Die Verhandlung, das Urteil und die Tatsache, dass ihm der Führerschein schon länger entzogen wurde, schlugen ihm auf die Seele und verleiteten ihn zu der Idee, bei der der Ärger an sich vorhersehbar war.

Er fuhr mit seinem Auto nach Bergkamen und dort durch eine Waschstraße. Danach blieb er auf dem Gelände der Waschanlage stehen. Dort fiel er einem Zeugen auf, der bei seinem Anblick und Auftreten sofort den Verdacht hegte, er könne alkoholisiert sein. Der Mann verständigte die Polizei. Eine Blutuntersuchung gab dem Zeugen später recht: Der Ascheberger hatte 2,3 Promille Alkohol im Blut. Von der Tatsache, dass er ohne Führerschein gar nicht hätte fahren dürfen, ganz abgesehen.

Angelegenheit mit Alkohol vor Gericht anders geschildert

Die Fahrt ohne Fahrerlaubnis räumte er jetzt, als er im Amtsgericht Kamen auf der Anklagebank saß, ein. Die Sache mit dem Alkohol schilderte er „etwas“ anders. Er sei nach Bergkamen gefahren, um sein Auto waschen zu lassen. Vor dem Waschgang habe er im Supermarkt nebenan Zigaretten kaufen wollen. Bei der Gelegenheit sei sein Blick auf ein Regal mit Whiskey gefallen.

Eine Flasche habe er spontan gekauft, aber erst nach der Fahrt durch die Waschstraße binnen fünf Minuten zur Hälfte geleert – im stehenden Auto, ohne laufenden Motor. Er hatte Pech. Das Ergebnis eines Gutachtens offenbarte nicht nur, dass die Menge und Zeit, die er angab, nicht zusammenpassten, sondern auch, dass es sich bei dem konsumierten Alkohol kaum um Whiskey handeln konnte.

Das Ergebnis des Gutachtens sowie der Umstand, dass er den geschilderten Nachtrunk bei der Polizei unerwähnt ließ und die Beamten in seinem Wagen auch keine entsprechende Flasche fanden, ließen das Gericht letztlich zu der Annahme kommen, dass es sich bei der Version des Angeklagten um eine Schutzbehauptung handelte. Die Fahrt ohne Fahrerlaubnis und unter Alkoholeinfluss endete mit vier Monaten Haft auf Bewährung, 4000 Euro Geldbuße und einem weiteren Jahr Sperrfrist zur Neuerteilung der Fahrerlaubnis.

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