Bei Bauarbeiten: Skelett in Ascheberg gefunden

Grausiger Fund

Gruseliger Fund an der Eschenbachstraße in Ascheberg: Bei der Verlegung von Glasfaserleitungen ist am Mittwochabend ein Skelett gefunden worden. Wessen Überreste es sein könnten? Dieser Frage will weder die Polizei noch die Gemeinde Ascheberg weiter nachgehen.

ASCHEBERG

, 22.06.2017, 10:04 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bei der Verlegung von Glasfaserleitungen waren Arbeiter gegen 18 Uhr am Mittwochabend auf das Skelett gestoßen. Sein Fundort liegt in unmittelbarer Nähe zu dem Friedhof in dem Wohnviertel, teilte am Donnerstagmorgen ein Sprecher der Kreispolizeibehörde Coesfeld auf Anfrage unserer Redaktion mit.

Später am Tag ergänzte die Polizei, dass der Bereich des Fundortes früher einmal zum Friedhof gehört habe. Nach dem Bau der heutigen Eschenbachstraße, die früher nur ein kleiner Wirtschaftsweg war, wurde der Randbereich des Friedhofes zum Grünstreifen der Eschenbachstraße.

Relativ schnell war man am Donnerstagmorgen davon ausgegangen, dass der Mensch damals ordnungsgemäß bestattet worden war. Mittlerweile hat die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen wieder eingestellt, Hinweise auf ein Gewaltverbrechen gibt es laut Polizei nicht.

Messingteile weisen auf Sarg hin

Darüber hinaus seien Messingteile in der Baugrube gefunden worden, teilte Klaus van Roje von der Gemeinde Ascheberg mit: "Sechs Sarggriffe, die in Höhe des Kopfes, des Beckens und der Füße lagen" - ein weiterer Hinweis darauf, dass es sich um ein normales Begräbnis gehandelt haben muss, das nach Angaben eines Bestatters aus Herbern vermutlich um die 50 Jahre zurückliegt.

"Einsicht in irgendwelche Unterlagen haben wir nicht", sagte Fachbereichsleiter Klaus van Roje. Die Verwaltung des heute kommunalen Friedhofes habe früher in kirchlicher Hand gelegen, sodass sich etwa der Name der Person nur noch schwer herausfinden ließe. Das läge aber auch nicht im Interesse der Gemeinde, so van Roje.

Warum nicht schon eher gefunden?

Warum aber wurden die Überreste nicht schon viel eher gefunden, zum Beispiel beim Bau der Eschenbachstraße? "Erst einmal wurde das Skelett im Grünstreifen gefunden, die Straße ist dort also gar nicht gebaut worden", so van Roje. Stromkabel aber wurden damals verlegt. Deswegen musste die Feuerwehr bei der Bergung der Knochen am Mittwochabend auch sehr behutsam vorgehen, der Strom wurde für einige Zeit abgestellt, mehrere Nebenstraßen waren betroffen.

"Für die Verlegung der Stromleitungen sind die Arbeiter früher wahrscheinlich nicht so tief in die Erde gegangen", mutmaßt van Roje. Die Stromkabel liegen in etwa einem Meter Tiefe, das Skelett lag unter den Kabeln, "bei 1,50 bis 1,80 Metern", schätzt der Fachbereichsleiter.

Noch mehr Leichen im Grünstreifen?

Um ganze sieben Meter wurde der Friedhof damals nach hinten verlegt. Kann es nun also sein, dass noch mehr Leichen im Grünstreifen der Eschenbachstraße vergraben sind? "Man könnte davon ausgehen", sagt van Roje. Eine Verwaltungsmitarbeiterin habe sich am Donnerstag erinnern können, dass die Leiche ihres Opas damals hätte umgebettet werden müssen, als der Bebauungsplan für das Baugebiet Ascheberg West 1979 rechtskräftig wurde und die Erschließung der Eschenbachstraße begann.

Vielleicht gab es Ende der 70er-, Anfang der 80er-Jahre mehrere Umbettungen, vielleicht aber auch nicht. Van Roje verwies am Donnerstag auf die im Gesetz festgeschriebene Totenruhe. "Dem wollen wir auch nicht weiter nachgehen." Auch der Bereich rund um den Leichenfundort soll für die Glasfaserarbeiten nicht noch weiter ausgeschachtet werden. Am Fundort selbst wurden die Arbeiten am Donnerstag wieder aufgenommen.

Skelett bekommt ein neues Grabfeld

Das gefundene Skelett liegt derzeit bei einem Bestatter in Herbern, der extra Räume für beschlagnahmte Leichen und Skelette hat. Es soll in den nächsten Tagen in einem anonymen Grabfeld auf dem Ascheberger Friedhof bestattet werden - etwa zehn Meter von seinem Fundort entfernt. Van Roje: "Wir schauen gerade, ob die Breite passt."

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