Betrugsprozess: Ascheberger legt Geständnis ab

Landgericht Dortmund

Wende am 25. Verhandlungstag: Nach monatelangem Beschwichtigen und Bestreiten hat ein 67-jähriger Mann aus Ascheberg am Montag vor dem Dortmunder Landgericht doch noch eingeräumt, die Arbeitsagentur betrogen zu haben. Im Gegenzug darf der Angeklagte nun mit einer milderen Bestrafung rechnen.

ASCHEBERG/DORTMUND

28.11.2016, 16:33 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der heute 67-Jährige habe sich entweder regelmäßig selbst arbeitslos gemeldet und dabei gefälschte Arbeitsverträge mit viel zu hohen Gehaltszahlen vorgelegt, oder aber er habe für sich oder andere Personen Eingliederungszuschüsse und andere Sonderleistungen beantragt und erhalten, sagte der Vorsitzende der 43. Strafkammer Thomas Beumer zwei Wochen zuvor. Nun hat der 67-Jährige Angeklagte ein Geständnis abgelegt und darf im Gegenzug mit einer milderen Bestrafung und einer deutlichen Verfahrensabkürzung rechnen.

Geldnot war groß

Über seine Verteidigerin gab der Ascheberger zu, nicht nur die Gutgläubigkeit der Arbeitsagentur „ausgenutzt“, sondern sich darüber hinaus auch am Geld einer ehemaligen Geschäftspartnerin bedient zu haben. 200.000 Euro hatte die Frau dem Angeklagten als eine Art Darlehen zur Verfügung gestellt. „Geldnot und immer höhere Forderungen des Finanzamts“ hätten schließlich dazu geführt, dass er das Geld für sich verbraucht habe, hieß es nun vor Gericht.

Bei seiner anschließenden Detail-Befragung versuchte der 67-Jährige dann allerdings doch wieder, viele Tatsachen in einem besseren Licht erscheinen zu lassen. Stellenweise wirkte es so, als wolle er sich wieder von der gerade verlesenen Erklärung der Rechtsanwältin distanzieren.

Maximal dreieinhalb Jahre Haft

Als Richter Thomas Beumer den Ascheberger dann jedoch zur Vorsicht mahnte, trat dieser wieder auf die Bremse. „Okay, es war doch alles so, wie es eben vorgetragen wurde.“

Die Richter haben dem 67-Jährigen für den Fall eines Geständnisses eine Haftstrafe von maximal dreieinhalb Jahren in Aussicht gestellt.

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