Betrugsprozess: Aschebergerin legt Geständnis ab

Agentur für Arbeit betrogen

Sie sollen in zahlreichen Städten - darunter Dortmund, Lünen und Selm - Scheinunternehmen gegründet haben, um bei der Arbeitsagentur Fördergelder abzugreifen. Der Schaden beläuft sich auf etwa 450.000 Euro. Am Dienstag legte eine der fünf Angeklagten, eine Frau aus Ascheberg, ein überraschendes Geständnis ab.

DORTMUND/ASCHEBERG

01.03.2016, 15:56 Uhr / Lesedauer: 1 min

Im Mammut-Betrugsprozess am Dortmunder Landgericht kann jetzt auch die angeklagte Aschebergerin auf eine Einstellung des Strafverfahrens hoffen. Staatsanwaltschaft und Richter wollen am Freitag eine Entscheidung treffen.

Für diese positive Entwicklung ist die 63-jährige Frau maßgeblich selbst verantwortlich. Nachdem sie zuletzt noch nicht sämtliche Vorwürfe der Staatsanwaltschaft einräumen wollte, änderte sie zusammen mit ihrem Verteidiger Marco Ostmeyer am Dienstag ihre Taktik. 

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In einer ausführlichen Einlassung gab sie zu, an den betrügerischen Geschäften ihres Ehemannes und einer Gruppe von mindestens drei Komplizen beteiligt gewesen zu sein. „Meine Mandantin ist eine Mitläuferin. Sie hat das getan, was die anderen von ihr verlangt haben“, sagte der Verteidiger.

Zuschussleistungen beantragt

Damit steht fest, dass die heute 63-Jährige über Jahre hinweg in die Aktivitäten der mutmaßlichen Betrüger eingebunden war. Ihr Ehemann soll zusammen mit den anderen reihenweise Unternehmen gegründet haben, um mit den auf dem Papier beschäftigten Angestellten fortan massenhaft Zuschussleistungen bei den Arbeitsämtern zu beantragen.

Der Aschebergerin fiel dabei offenbar die Rolle der ausführenden Kraft vor Ort zu. Sie soll bei verschiedenen Arbeitsagenturen Unterschriften unter fingierte Anträge gesetzt haben.

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