Folie aus dem Laden verbannt: Blumen Heitmann setzt auf Graspapier

rnBlumenladen in Ascheberg

Bernd Heitmann vom gleichnamigen Blumenladen an der Dieningstraße in Ascheberg testet in seinem Laden gerade das sogenannte „Graspapier“. Was dahintersteckt.

Ascheberg

, 19.05.2019, 15:39 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bernd Heitmann testet in seinem Laden gerade das sogenannte „Graspapier“ – Geschenkpapier, das zum Teil aus Grasfasern besteht. „Wir schauen mal, wie das bei unseren Kunden so ankommt“, sagt der 46-jährige Blumenfachmann.

Graspapier unterscheidet sich von gewöhnlichem Holzpapier darin, dass es zwischen 20 und 50 Prozent aus Grasfasern besteht, einem Rohstoff, der deutlich schneller wächst als Holz. Auch die Lebensmittelindustrie hat das Graspapier bereits als Verpackungsmaterial für sich entdeckt.

Klarsichtfolie aus dem Laden verbannt

Mit dem Thema Umwelt und Müllvermeidung beschäftigt sich der Ascheberger, der seit 23 Jahren den Blumenladen mit inzwischen acht Angestellten betreibt, nach eigenen Angaben bereits seit vielen Jahren. „Viele haben gemeckert, als wir damals Fotovoltaik auf dem Dach installiert haben“, erzählt er. „Das passe doch gar nicht zu dem alten Haus, sagten sie. Aber inzwischen decken wir 54 Prozent unseres Strombedarfs damit.“

Plastiktüten und knisternde Klarsichtfolie – die einen bunten Strauß meist nicht einmal schöner aussehen lässt – habe Bernhard Heitmann schon vor langer Zeit aus dem Laden verbannt. „Ich mache mir viele Gedanken über Alternativen“, sagt Heitmann. „Momentan sind die zwar immer noch teurer, aber das ist es mir wert.“ Den Aufpreis, sagt der 46-Jährige, gebe man nicht an die Kunden weiter.

Bio-Blumenerde und Taschen aus Segeltuch

Die Saisonware und der größte Teil der Schnittblumen kämen aus der Region. Für die Kunden erkennbar an dem Aufkleber mit der Aufschrift: „Ich bin von HIER“. Den überwiegenden Teil der Sommerblumen kaufe er inzwischen auf sogenannten Pfandpaletten.

„Ich mache mir viele Gedanken über Alternativen.“
Bernhard Heitmann

Auch Bio-Blumenerde gehöre zu seinem Programm. „Die ist komplett torffrei. Gerade Torf speichert perfekt CO2, das aber beim Abbau wieder freigesetzt wird“, weiß der Vorsitzende der Kaufmannschaft Pro Ascheberg.

Ganz neu im Programm sind Taschen aus Segeltuch, die von einer Hamburger Firma hergestellt werden und ein sogenanntes Upcycling-Produkt aus recyceltem Segeltuch sind.

Nun, sagt Heitmann, sei er schon sehr gespannt auf das Feedback seiner Kunden zum Graspapier, das hübsch bedruckt mit Blumen und pinkfarbenen Schmetterlingen daherkommt. Von der Haptik erinnert es etwas an das Geschenkpapier von früher, etwas dünner und gar nicht so starr wie so manch anderes Papier. Und auf der Innenseite sind die Fasern gut erkennbar.

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