Bonsaifreunde hamstern Tonerde aus Japan

Verseuchungsgefahr

Alle Blicke richten sich momentan auf Japan. Auch die Ascheberger Familie Klemend verfolgt die Geschehnisse dort. Denn indirekt ist sie auch von dieser Katastrophe betroffen.

ASCHEBERG

von Von Tina Nitsche

, 24.03.2011, 17:29 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Naturkatastrophe und vor allem die Atomproblematik könnten für das Bonsai-Zentrum in Ascheberg Auswirkungen haben. Doch Ingo Klemend, Geschäftsführer des Bonsaizentrums hat vorgesorgt und ein große Menge an japanischen Substraten eingelagert.

Die Naturkatastrophe und vor allem die Atomproblematik könnten für das Bonsai-Zentrum in Ascheberg Auswirkungen haben. Doch Ingo Klemend, Geschäftsführer des Bonsaizentrums hat vorgesorgt und ein große Menge an japanischen Substraten eingelagert.

"Das Erdbeben betrifft uns dabei jetzt in unseren Arbeitsabläufen nicht, die atomare Verseuchung hingegen umso mehr", sagt Ingo Klemend. Der Grund liegt in den speziellen Tonerden, die in Japan im Tagebau abgebaut werden. "Wenn die Gebiete verstrahlt werden, dann müssen wir ausweichen", sieht Ingo Klemend da Probleme. "Denn", so erklärt er, "das ist nicht nur einfach Ton, das ist ein Naturprodukt, Vergleichbares hier zu finden ist fast unmöglich." Die besondere Erde, vielen Bonsaifreunden auch bestens als Akadama bekannt, wird seit Jahrzehnten ausschließlich in der alten fernöstlichen Art der Gartenkunst (Bonsai) verwendet. Verstrahlte Erde wird gar nicht erst eingeführt

Bei der großen Ausstellung am vergangenen Wochenende machte sich diese Problematik auch schon im Kaufverhalten bemerkbar. Die Kunden kauften Akadama auf Vorrat, denn alle zwei Jahre müssen sie ihre Gewächse umtopfen. "Viele haben sich schon jetzt einen Vorrat angelegt, mit dem sie sechs Jahre überbrücken können", so Klemend. Das Ascheberger Familienunternehmen hat nun den Vorteil, mit über 5000 qm über ausreichend Platz zu verfügen. "Wir haben zwei Container Akadama geordert, das ist mehr als der Jahresbedarf, gleichzeitig haben wir den Großhandel an die Bonsaihändler erst einmal gestoppt." Klemends haben in diesem Punkt mit dem nötigen Maß an Weitsicht gehandelt. "Denn zusätzlich steht zu befürchten, dass die Erde aufgrund zu hoher Strahlenbelastung gar nicht mehr eingeführt wird."

Die Ware, die jetzt vorsorglich eingelagert worden ist, ist garantiert sauber. "Das ist ein Muss, denn beim Pflanzen kommt man ja ständig mit der Erde in Hautkontakt", will Ingo Klemend nicht das Risiko eingehen, dass irgendeiner seiner Kunden Schaden nimmt. "Hinzu kommt das Problem der Pflanzen, die wir aus Japan beziehen, die stehen in Japan schließlich draußen. Die können für eine Zeit abgedeckt werden, aber für die Bonsaibetriebe in Japan ist das keine dauerhafte Lösung."

"Wenn Japan da wegfällt, dann wird es eng", sieht Ingo Klemend dann allenfalls Korea als Ausweichmöglichkeit, da China qualitativ Vergleichbares nicht liefern kann. Für Japan können die Klemends momentan nur eines tun: "Wir unterstützen die Erdbebenopfer mit einer Spende von 1100 Euro, das Geld resultiert aus den Kaffee- und Kucheneinnahmen unserer Ausstellung".