Das ist das neue Flüchtlingsheim in Davensberg

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Rund 1,1 Millionen Euro hat es gekostet, 70 Menschen sollen schon bald einziehen: das neue Flüchtlingsheim in Davensberg. Bürger konnten es bereits am Dienstagabend bei einem "Tag der offenen Tür" besichtigen. Wir waren mit der Kamera vor Ort und haben geschaut, was der Neubau zu bieten hat.

Davensberg

, 11.05.2016, 15:15 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das ist das neue Flüchtlingsheim in Davensberg

Die Flüchtlingsunterkunft in Davensberg liegt am Ortsrand der Gemeinde Davensberg. Gegenüber weiden ein paar Pferde.

Ein bisschen skurril wirkt sie schon, die neue 1,1 Millionen Euro teure Flüchtlingsunterkunft an der Amelsbürener Straße 7 in Davensberg. Da stehen zwei braune Pferde auf der Weide und blicken auf ein zweigeschossiges, aluminiumverkleidetes Haus. Wer wird hier wen beobachten, wenn in den nächsten Tagen bis zu 70 geflüchtete Personen einziehen?

Mit dem Beobachten sind am späten Dienstagnachmittag zunächst einige Bürger dran. Die Gemeinde Ascheberg hatte zum „Tag der offenen Tür“ geladen. Bürgermeister Risthaus liest ein paar Eckdaten über das Haus von einem Blatt Papier ab, etwa, dass es über eine Fotovoltaikanlage verfügt, dann strömen die Besucher in die Zimmer und werfen kritische Blicke hinein.

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Das ist die neue Flüchtlingsunterkunft in Davensberg

Ein bisschen skurril wirkt sie schon, die neue 1,1 Millionen Euro teure Flüchtlingsunterkunft an der Amelsbürener Straße 7 in Davensberg. Da stehen zwei braune Pferde auf der Weide und blicken auf ein zweigeschossiges, aluminiumverkleidetes Haus. Unsere Fotostrecke zeigt die neue Unterkunft von innen und von außen.
11.05.2016
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Solch einen Gemeinschaftsraum gibt es im Wohnheim mehrfach. Die Bewohner können hier zusammenkommen.© Foto: Daniele Giustolisi
Die Zufahrt zur Unterkunft verläuft über eine sanierte Straße.© Foto: Daniele Giustolisi
Der Zugang zur zweiten Etage verläuft über zwei Außentreppe an den Seiten des Gebäudes.© Foto: Daniele Giustolisi
Ein langer Flur, rechts und links sind Doppelzimmer, Küchen, Bade- und Aufenthaltsräume.© Foto: Daniele Giustolisi
Bei dem Gebäude handelt es sich um ein sogenanntes Holzrahmenbauhaus, das mit Zellulose und Steinwolle gedämmt ist.© Foto: Daniele Giustolisi
Die Fassade des Wohnheims ist mit Aluminiumblechen verkleidet.© Foto: Daniele Giustolisi
Die Flüchtlingsunterkunft in Davensberg liegt am Ortsrand der Gemeinde Davensberg. Gegenüber weiden ein paar Pferde.© Foto: Daniele Giustolisi
Der Blick ins Grüne ist regelrecht idyllisch.© Foto: Daniele Giustolisi
Es gibt Sanitäranlagen für Männer, aber auch für Frauen.© Foto: Daniele Giustolisi
Die Sicherheitshinweise sind sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch und Französisch abgedruckt.© Foto: Daniele Giustolisi
Zwei Personen teilen sich ein Doppelzimmer.© Foto: Daniele Giustolisi
Aschebergs Bürgermeister Bert Risthaus begrüßte viele interessierte Bürger beim "Tag der offenen Tür"© Foto: Daniele Giustolisi
Viele Bürger nutzten die offenen Türen an der Flüchtlingsunterkunft, um sich die Räume genauer anzusehen.© Foto: Daniele Giustolisi
Ein afrikanischer Caterer bot für die Besucher leckere Speisen an.© Foto: Daniele Giustolisi
Selbst die Heizungsräume wurden von einigen Bürgern genau inspiziert.© Foto: Daniele Giustolisi
Der Blick aus einem Zimmer geht mitten ins Grüne.© Foto: Daniele Giustolisi
Hinweisschilder sind in zwei Sprachen vor jedem Raum angebracht.© Foto: Daniele Giustolisi
Infotafeln für die Besucher des Tages der offenen Tür wurden in der gesamten Wohnanalge ausgestellt. Die Erfolgsquoten für die Bewilligung eines Asylantrags sprechen eine klare Sprache.© Foto: Daniele Giustolisi
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Ein Paar steht im fertig möblierten Doppelzimmer. Zwei Schränke, zwei Betten, zwei Stühle, ein Kühlschrank – und ein Eimer mit Putzutensilien. „Na, ob der zum Einsatz kommt?“, fragt der Mann schmunzelnd. Immerhin seien es fast nur Männer, die in die Unterkunft zögen. „Es ist aber kein reines Männerheim“, stellt Bürgermeister Risthaus klar. Aktuell sei einfach die Männerquote unter den Geflüchteten so hoch.

Bewohner sorgen selbst für die Verpflegung

Hannes Jung (31) ist Sozialarbeiter und wird fast 20 Stunden die Woche als Ansprechpartner vor Ort sein. „Oft sind es ganz banale Alltagsfragen, um die ich mich kümmere. Etwa zu Buslinien und Fahrplänen. Manchmal muss ich aber auch bei Konflikten vermitteln“, sagt Jung. Viele Ethnien auf engem Raum, da könne es verständlicherweise auch mal Streit geben.

Für ihre Verpflegung sind die Bewohner des Hauses selbst verantwortlich. In Gemeinschaftsküchen werden sie sich selbst bekochen, in den Gemeinschaftsräumen können sie essen und freie Zeit verbringen. Um das Haus selbst kümmert sich ein Hausmeister.

Elf Quadratmeter Platz pro Person

Drei junge Männer aus Bangladesch stehen im Flur. Sie ziehen demnächst hier ein. „Für 70 Personen erscheint mir das Haus etwas zu klein“, sagt einer, ansonsten freue er sich auf den Einzug. 798 Quadratmeter Nutzfläche, das sind bei voller Auslastung etwa 11 Quadratmeter pro Person. Und so betont Bürgermeister Risthaus, dass die Unterkunft zwar kein neues Zuhause für die Bewohner sei, „aber ein erster und guter Schritt zur Integration.“

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