Das sagt die Eurobahn zu den Problemen der RB50

Überfüllte Züge, Ausfälle

Die Eurobahn zwischen Dortmund und Münster fährt oft zuverlässig und pünktlich - aber eben nur oft, nicht immer. Vor allem in den vergangenen Monaten häuften sich Zugausfälle, Verspätungen und überlastete Kapazitäten auffällig. Gründe und Lösungsansätze stellte ein Sprecher der Eurobahn jetzt detailliert dar.

ASCHEBERG

, 06.06.2015, 08:46 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das sagt die Eurobahn zu den Problemen der RB50

Wenn Gäste an den Bahnsteigen zurückbleiben müssen, weil die Züge völlig überfüllt sind, oder wenn Züge erst mit großen Verspätungen einfahren, dann führt das unweigerlich zu Frust bei den Fahrgästen. Vor allem im vergangenen Winter häuften sich Vorfälle dieser Art. Besonders ab der Haltestelle Ascheberg in Fahrtrichtung Münster waren die Probleme deutlich zu spüren. Hier war ein Zusteigen regelmäßig unmöglich, da an den großen Haltestellen vorher bereits viele Gäste eingestiegen waren.

Keolis reagierte auf Anfrage der UWG

Die UWG in Ascheberg nahm die Problematik zum Anlass und fragte beim Eurobahn-Betreiber Keolis nach, was das Unternehmen gegen und Fahrgäste bei Fahrausfällen tun könnte und inwiefern es adäquaten Ersatzverkehr geben könnte. Das Unternehmen reagierte und sandte seinen Mitarbeiter Marcus Klugmann zum Wirtschaftsförderungsausschuss nach Ascheberg. Dort machte er, anschaulich mit Statistiken und Daten, im Wesentlichen auf zwei Probleme aufmerksam:

Eingleisige Streckenführung: Die Schwachstelle des gesamten Schienenverkehrs der RB50 zwischen Dortmund und Münster ist die eingleisige Führung ab Lünen. Klugmann: „Dort hat immer der Fernverkehr Vorrang. Auch wenn er verspätet ist.“ Damit meint der Eurobahn-Vertreter die IC-Züge der Deutschen Bahn. Die Eurobahn-Züge müssten in diesen Fällen auf den zweiten Gleisen in den Bahnhöfen, etwa Capelle oder Davensberg, warten, bis der IC überholt hat.

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Technische Defekte an den Zügen: Die massiven Probleme im vergangenen Winter hatten allerdings größtenteils eine andere Ursache als das fehlende zweite Gleis. "Technische Defekte an unseren Zügen", gab Klugmann zu. Bis zu vier Maschinen seien teilweise zeitgleich ausgefallen. Die Folge: Um den Verkehr wenigstens generell aufrechtzuerhalten, fuhr die Eurobahn oft mit halber Kapazität - zu wenig für die Strecke der RB 50, die ein regelmäßig hohes Personenaufkommen hat, vor allem durch Pendler.

Zumindest für das zweite Problem hat Klugmann Lösungsvorschläge parat gehabt. Keolis setze dabei auf eine Optimierung seines Reparaturbetriebs: "Wir haben eine Nachtschicht in der Werkstatt eingeführt." Auch mobile Reparatur-Trupps für kleinere Schäden seien im Gespräch. 

Unzufriedenheit bleibt: "Da gibt es noch Optimierungsbedarf."

Mehrfach äußerten die Politiker Kritik an der Schadensersatz-Regelung bei ausgefallenen Fahrten und an der Informationspolitik bei Verspätungen. Hoffstadt: "Das klappt nicht." Marcus Klugmann konnte die Gemüter in diesen beiden Punkten nicht so recht beruhigen. Markus Rümke vom Zweckverband, ebenfalls Gast der Ausschusssitzung, bestätigte: „Da gibt’s noch Optimierungsbedarf.“ 

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