Dreiste Diebe räumen Friseursalon komplett leer

Einbruch in Ascheberg

Nur die Möbel ließen die Einbrecher zurück: Unbekannte haben in der Nacht zu Mittwoch einen Friseursalon in Ascheberg komplett leergeräumt. Selbst vor einer Wäschekiste machten die Täter nicht halt. Und auch bei der Wahl des Fluchtfahrzeugs waren die Diebe besonders dreist.

ASCHEBERG

, 20.01.2017, 17:59 Uhr / Lesedauer: 2 min
Dreiste Diebe räumen Friseursalon komplett leer

Die Täter stemmten die Ladentür der „Haar-Werkstatt“ am Burgwall auf und räumten und das Geschäft leer.

Zwei Tage nach dem Einbruch war Elke Schwartländer, Inhaberin der „Haar-Werkstatt“ am Burgwall, immer noch fassungslos: „Die haben wirklich alles mitgenommen. Wir waren nicht in der Lage, den Betrieb zu öffnen“, sagte sie im Gespräch mit unserer Redaktion. Scheren, Haarschneidemaschinen, Kosmetikprodukte – alles schien für die Täter von Wert zu sein.

„Ein paar Dosen Haarspray waren noch übrig. Die haben wahrscheinlich nicht mehr reingepasst“, mutmaßt die Friseurin. Eine Wäschekiste kippten die Täter aus, am Ende kam die Ladeninhaberin auf 19 fehlende Handtücher. „Die haben sie wohl als Dämpfer benutzt. Ware rein, Handtuch drüber, nächste Ware, und dann ab mit der Kiste.“

Mit Wagen eines Malerbetriebs geflüchtet

Als Fluchtfahrzeug nutzten die Einbrecher einen Firmenwagen des benachbarten Malerbetriebs von Karl Mangels, dem sie zuvor ebenfalls einen unliebsamen Besuch abgestattet hatten. „Ein schwarzer Citroen Berlingo mit Werbeaufschrift der Firma“, hofft Elke Schwartländer, dass irgendwem das Fahrzeug aufgefallen ist. Die Nachbarn am Burgwall haben nichts bemerkt. „Wir wissen ja auch nicht, wann die Einbrecher genau gekommen sind.“

Am Dienstagabend hatte die Geschäftsfrau ihren Laden wie üblich abgeschlossen. Morgens erhielt sie dann um 7.21 Uhr eine Nachricht von Karl Mangels, der gleichzeitig ihr Vermieter ist, aufs Handy: „Bei uns wurde eingebrochen.“ Elke Schwartländer rief sofort zurück, ahnte da aber noch nicht, was sie in ihrem Geschäft erwartet. „Einbruch allein ist natürlich schon schlimm genug. Aber als ich eine halbe Stunde später dort ankam, war ich wirklich platt.“

Hilfe von Versicherung und anderem Salon

Neben dem materiellen Schaden – rund 15.000 Euro – hat die Friseurin auch einen großen ideellen Verlust erlitten: „Die Schere, die ich seit meiner Ausbildung im Jahr 1981 gehegt und gepflegt habe, ist auch weg. Das tut richtig weh.“ Bei aller Trauer erfasst sie natürlich auch die Wut: „Ich wünschte, ich hätte die Typen erwischt. Denen hätte ich aber nicht nur was erzählt.“ Sie befürchtet, dass das Diebesgut nun auf Flohmärkten günstig angeboten wird. „Die Polizei sagte, dass mehrere Salons in den letzten Wochen Ziele von Einbrüchen waren.“ Bei aller Wut und Trauer kann die Geschäftsfrau aber auch wieder lachen – das liegt an Kathrin Hattrup, die mit ihrem Friseursalon an der Sandstraße ansässig ist. „Sie hat mich sofort angerufen und mir Hilfe angeboten. Das fand ich einfach großartig. Wir sind Kollegen, keine Konkurrenz.“

Ebenfalls dankbar ist sie ihrem Versicherungsmakler, der ihr neben der Inventarversicherung auch zu einer Betriebsausfallversicherung geraten hatte – somit ist ihre Existenz nicht gefährdet. „Die Zusammenarbeit mit den Vertretern und Lieferanten war optimal.“ Deshalb konnte Elke Schwartländer am Samstag wieder öffnen. Und für die Täter hat sie einen besonderen Wunsch parat: „Mögen sie kreisrunden Haarausfall und Pickel auf ihrer Kopfhaut kriegen.“  

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