Egon Zimmermann veröffentlicht Buch über rasenden Reporter Heinz Rogge

rnHeinz Rogge

Elf Tagebücher hat der Herberner Heinz Rogge, der vielen noch als rasender Reporter bekannt ist, geschrieben. Nun hat Egon Zimmermann diese in einem Buch zusammengefasst.

Herbern

, 14.05.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wikipedia hat für den Begriff „Tagebuch“ folgende Definition: Ein Tagebuch, auch Diarium oder Memoire ist eine autobiografische Aufzeichnung in chronologischer Form. Das wohl bekannteste veröffentlichte dürfte das Tagebuch der Anne Frank sein, das von der UNESCO in das Weltdokumentenerbe aufgenommen worden ist.

Der in Herbern den meisten noch als „rasender Reporter“ bekannte Heinz Rogge, der im Jahr 2014 im Alter von 83 verstarb, hat ebenfalls Tagebücher geschrieben. Insgesamt 11 an der Zahl, in der Zeit vom 21.4.1945 bis zum 21.9.1958. In eindrucksvoller Form schildert er dort sein Leben und das seiner Familie in den Nachkriegsjahren.

Der ehemalige Lehrer und jetziger Vorsitzende des Heimatvereins Herbern, Egon Zimmermann (75), hat diese Tagebücher, die Rogges Witwe Erika dem Heimatverein überlassen hat, nun zusammengefasst und in einem gebundenen Buch veröffentlicht.

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Hobbyautor will Geschichte für Nachwelt festhalten

Es ist bereits das vierte Buch, dass Zimmermann geschrieben hat. „Eigentlich sollte es bereits auf dem Frühlingsfest Anfang April erscheinen. Aber da hat uns Corona ja einen Strich durch die Rechnung gemacht.“ Für den Hobbyautor ist es wichtig, Zeitgeschichtliches für die Nachwelt zu erhalten. „Sonst gehen diese Geschichten und Erzählungen irgendwann verloren und das wäre schade“, so der Archivar der Kirchengemeinde St. Benedikt.

In den Tagebüchern beschreibt Rogge, der über 50 Jahre für die Redaktion der Ruhr Nachrichten in Werne über das Geschehen in und um Herbern berichtet hat, von den dürren Nachkriegsjahren, in denen Angst und Hunger oftmals an der Tagesordnung waren.

Die Einträge eines jungen Menschen, der im Alter von 13 Jahren kurz vor dem Ende des zweiten Weltkrieges angefangen hat, Tagebuch zu schreiben, berühren, treiben einem manchmal sogar Tränen in die Augen und sind dabei aber oftmals auch zum Schmunzeln.

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Viel Arbeit steckt in dem Buch über Heinz Rogge

Über ein Jahr hat die Arbeit an dem Buch gedauert, dass der ehemalige Lehrer Eduard Meyer zu Altenschildesche, Heinz Brannekemper als Freund, Doris Wesselmann als Schwester und nicht zuletzt Ehefrau Mechtild, begleitet, kritisiert und gegengelesen haben. „Das war schon ganz schön aufwändig. Aber letzten Endes zählt das Ergebnis“, so Zimmermann. Enkel Kai (12) fragte ihn einmal irgendwann: „Opa, machst du das eigentlich freiwillig oder musstest du das?“

Für den Autor, der mit seinen Eltern in Krefeld gewohnt hat, und oftmals bei den Großeltern in Herbern zu Besuch war, sind die Geschichten mit Erinnerungen an die eigene Kindheit verbunden. In dem Buch „Rogge - Ein junger Mann sucht seinen Weg in schwierigen Zeiten“ hat Egon Zimmermann zusätzlich zu den Textpassagen auch Bilder veröffentlicht, die Heinz Rogge entweder selbst gezeichnet oder Artikel und Cartoons, die er aus Zeitschriften ausgeschnitten hat. „Heinz war ein sehr begabter, sehr belesener und vielseitig interessierter Mensch.“

Das Buch ist ab sofort zum Preis von 13 Euro bei Schreibwaren Angelkort, Südstraße, erhältlich. Der Erlös kommt dem Heimatverein Herbern zugute. Vom Buch „Das sündige Dorf Herbern“, gibt es noch ca. 20 Exemplare; ebenfalls bei Angelkort.
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