Energieberater berät über Förderprogramme

Haussanierung

Förderprogramme hier, Spezial-Infos da, Kredite dort drüben - die Bürokratie rund ums Energiesparen kann viel Energie kosten. Da macht es durchaus Sinn, rechtzeitig einen Energieberater zu kontaktieren.

HERBERN

28.04.2012, 08:22 Uhr / Lesedauer: 2 min

So wie es Joachim Westhues tat, der zu diesem Zweck Frank Holtrup eingeschaltet hat. Der hat ihm beispielsweise für 250 Euro den Papierkram mit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) abgenommen.

RN-Lokalchef Jörg Heckenkamp sprach mit Frank Holtrup.

Herr Holtrup, wer darf sich eigentlich Energieberater nennen? Das ist leider keine geschützte Berufsbezeichnung. Es gibt zum Beispiel Schornsteinfeger mit entsprechender Fortbildung, ich selbst bin gelernter Tischler, war sieben Jahre in der Holzbranche tätig und vor vier Jahren habe ich mein Bauingenieurstudium abgeschlossen.

Wie entsteht ein Erstkontakt zu ihnen? Ganz typisch ist es, dass die Leute schon eine Renovierung geplant haben und dann merken, dass sie Voraussetzungen erfüllen müssen, um Fördergelder oder Kredite zu bekommen. Bei vielen steht nach dem Erwerb einer Immobilie aber auch die Grundsatzfrage für das weitere Vorgehen im Raum.

Was sind die ersten Schritte? Grundsätzlich steht die Frage an: Will ein Altbesitzer sein Haus vielleicht noch fünf Jahre bewohnen und dann verkaufen? Dann ist die Sachlage ganz anders, als wenn eine junge Familie das Haus übernimmt und dort noch 30 Jahre wohnen möchte, oder ob es sich um ein Mietobjekt handelt.Die Familie will das Elternhaus langfristig aufmöbeln. Wo setzen Sie dann an? Ich schaue, wie alt und in welchem Zustand Dach und Heizung sind, wie ist das Haus gebaut, welche Fenster hat es, ist es je renoviert worden und so weiter. Da gibt es eine Vielzahl von Punkten.

Und danach? Man sollte einige Varianten nach finanziellen Möglichkeiten aufzeigen und gegenüberstellen. Danach müssen wir entscheiden, ob es Einzelmaßnahmen sein sollen, wie zum Beispiel bei Joachim Westhues. Oder ob ein kompletter Energiepass erstellt werden soll. Dabei wird der gesamte Ist-Zustand des Objekts erfasst und berechnet. Am Schluss kommt dabei sozusagen der "Spritverbrauch" des Hauses raus.

Dafür gibt's dann auch Fördermittel? Bei den Einzelmaßnahmen müssen zum Teil besondere energetische Anforderungen erfüllt werden, die zuvor finanziell abgewogen werden müssen. Bei einem zukunftsfähigem Dämmstandard wird der Mehraufwand so zu sagen mit einem sehr zinsgünstigen Kredit oder einer Zuschussvariante belohnt.Und was wird noch gefördert? Das ist unterschiedlich. Wichtig ist, dass die Fördermittel vor Auftragsbeginn beantragt werden, meist ist die KfW-Bank der erste Ansprechpartner dafür.

Wie hoch ist die Förderung maximal? Auch das ist unterschiedlich. Ein Extremfall ist zum Beispiel der Einbau von zwei Wohneinheiten in eine alte Scheune, die direkt an ein Wohnhaus grenzt. In diesem Falle könnten es bei maximal förderfähigen Kosten von 150 000 Euro 30 000 Euro Zuschuss geben, sowie ein zinsgünstiges Darlehen von knapp über einem Prozent. Aber das ist der Ausnahmefall.

Normalerweise sind die Förderungen also deutlich geringer? Ja, aber man muss bei energetischen Sanierungsmaßnahmen schließlich nicht nur eine Laufzeit von circa 30 Jahren rechnen, sondern auch die Energiepreis-Steigerungen und die ohnehin anstehenden Instandhaltungsmaßnahmen berücksichtigen. So etwas rechnet sich dann auf jeden Fall.