Erlaubnis von Gasbohrungen sorgt für Ärger

Bezirksregierung in der Kritik

Die Entscheidung der Bezirksregierung Arnsberg, das probeweise Aufsuchen von unkonventionellem Erdgas in Nordick zu genehmigen, hat auch einen Tag nach ihrer Bekanntgabe für viel Frust in Herbern und Ascheberg gesorgt. Der Sprecher einer Bürgerinitiative wählt explizite Worte - und versucht sich in Galgenhumor.

HERBERN

, 07.01.2016, 17:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Erlaubnis von Gasbohrungen sorgt für Ärger

Probebohrungen in Nordick: Für die Umweltschützer in Herbern eine bedrohliche Vorstellung.

„Ein Stück aus dem Tollhaus“, kommentierte Wilfried Voß, Sprecher der Herberner Bürgerinitiative für sauberes Trinkwasser (Bist) im Gespräch mit unserer Redaktion den Vorgang: „Gerade angesichts der jüngsten Beschlüsse auf dem Klimagipfel in Paris kann man doch nicht erlauben, hier nach fossilen Brennstoffen zu suchen.“

Die UN-Klimakonferenz hatte im Dezember die Reduzierung des weltweiten Kohlendioxid-Ausstoßes beschlossen, was unter anderem durch den verstärkten Einsatz von regenerativen Energien geschehen soll. „Vielleicht bauen wir einfach ein Windrad auf dem Bohrplatz“, versuchte sich Voß in Galgenhumor.

Weiteres Vorgehen besprechen

Ganz aufgeben will er die Hoffnung jedoch nicht: „Die Bürgerinitiativen treffen sich in der kommenden Woche und besprechen das weitere Vorgehen.“ Auch eine Klage soll geprüft werden. Außerdem erinnerte Voß die Politik an ihre Verantwortung: „Die Landesregierung könnte das Ganze ja stoppen, wenn sie es denn auch wirklich wollen würde.“

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Auch Bürgermeister Dr. Bert Risthaus (CDU) hätte lieber eine andere Entscheidung gehabt. „Aber wir müssen das akzeptieren.“ Überraschend sei die Erlaubnis angesichts früherer Äußerungen der Bergbaubehörde ohnehin nicht gekommen. „Aber wir haben durch unsere Stellungnahme zumindest erreicht, dass es ein Grundwassermonitoring gibt.“

"Das Beste rausgeholt"

Das wäre nämlich seitens der Bezirksregierung Arnsberg gar nicht vorgeschrieben worden. „Ich denke schon, dass wir da das Beste rausgeholt haben“, erklärt Risthaus. So müsse Hamm-Gas an neun Stellen das Wasser prüfen – auf Höfe, am Bohrplatz und auf öffentlichem Grund.

Hamm-Gas sieht der Bürgermeister nun in der Pflicht, eine öffentliche Information für die Bürger zu organisieren. „Das ist eine Vorgabe der Bergbaubehörde.“ Risthaus selbst will sich mit den Vertretern aller Bürgerinitiativen zusammensetzen und das weitere Vorgehen erläutern. „Danach werden wir das auch politisch beraten.“

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