Spatenstich auf A1: Sechsspuriger Ausbau auf Autobahn bei Ascheberg

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Sieben Personen machen den ersten Spatenstich auf der Autobahn.
Am Dienstag, den 20. September, begann mit dem ersten Spatenstich der Ausbau des A1-Abschnitts zwischen Ascheberg und Münster-Hiltrup. © Autobahn Westfalen
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Am vergangenen Wochenende sorgte der Abriss der Autobahnbrücke bei Ascheberg gewissermaßen für den Startschuss des Ausbaus des A1-Abschnitts. Jetzt wurden die langwierigen Bauarbeiten mit dem symbolischen ersten Spatenstich eingeleitet.

Die 9,5 Kilometer lange und mit mehr als 66.000 Fahrzeugen am Tag hochfrequentierte Strecke ist nach Fertigstellung im Jahr 2027 für bis zu 102.000 ausgelegt. Aktuell ist die vierstreifige Autobahn auf etwa 62.000 Fahrzeuge ausgelegt. Dadurch wirkt die Autobahn Westfalen einer Überlastung dieses Abschnitts der überregional bedeutenden Nord-Süd-Verbindung entgegen.

Trotz eines prognostiziert steigenden Verkehrsaufkommens verringert sich die Anzahl der Staus und somit auch die Umweltbelastung durch den Schadstoffausstoß der Verkehrsteilnehmer. Zudem werden volkswirtschaftliche Schäden durch verkehrsbedingte längere Lenkzeiten im Schwerlastverkehr reduziert. Gleichzeitig verbessert die Autobahn Westfalen den Lärmschutz für die Anwohner der Gemeinde Ascheberg-Davensberg und setzt ökologische Maßnahmen entlang der Ausbaustrecke um.

Mit einem symbolischen ersten Spatenstich haben Erhard Zangl, Referatsleiter Nord-West aus dem Bundesministerium für Digitales und Verkehr, Anne Rethmann, Geschäftsführerin Finanzen der Autobahn GmbH des Bundes und Elfriede Sauerwein-Braksiek, Direktorin der Autobahn-Niederlassung Westfalen, am Dienstag (20. September) den Beginn des Ausbaus eingeläutet.

Weniger Stau und neue Brücken

Die Erweiterung der A1 zwischen Ascheberg und dem Dortmund-Ems-Kanals ist einer von zehn Teilabschnitten des sechsstreifigen Ausbaus vom Autobahnkreuz Lotte/Osnabrück bis zum Kamener Kreuz. „Dieser großräumige Ausbau zeigt den Stellenwert der A1 im deutschlandweiten Autobahnnetz. Er stärkt nicht nur die Wirtschaft entlang der Strecke, sondern ist auch ein Meilenstein für den stetig zunehmenden Pendler-, Reise- und Schwerlastverkehr“, sagt Erhard Zangl aus dem Bundesministerium für Digitales und Verkehr.

Durch die mit dem Ausbau einhergehende Steigerung der Kapazität wird künftig zum einen die Gefahr von Auffahrunfällen reduziert und somit die Sicherheit erhöht. Zum anderen werden parallel verlaufende Bundes- und Landesstraßen entlastet, die bislang vor allem zu Stoßzeiten und an Ferienwochenenden als Ausweichstrecken genutzt wurden.

Im Zuge des Ausbaus werden insgesamt 15 Brücken im Verlauf und über die Autobahn erneuert. „Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit unseres Brückennetzes“, sagt Anne Rethmann aus der Geschäftsführung der Autobahn GmbH. Die jeweils über die Autobahn führenden Brücken Amelsbürener Straße (K39) und Bönneweg werden zudem in Fertigteilbauweise gefertigt und eingehoben. „Durch das innovative Verfahren beim Neubau der K39, wo wir auf einen Mittelpfeiler verzichten, greifen wir im Vergleich zu einer konventionellen Bauweise nicht in den Verkehr auf der A1 ein. Dieser kann somit besser fließen“, erklärt Rethmann den Vorteil des Verfahrens.

Verbesserungen durch Lärmschutz und ökologische Aufwertung

Durch den sechsstreifigen Ausbau rückt die Autobahn automatisch ein kleines Stück näher an den Ascheberger Ortsteil Davensberg heran. „Für die Anwohner ist das allerdings kein Nachteil“, versichert Elfriede Sauerwein-Braksiek, Direktorin der Niederlassung Westfalen. „Nördlich der Brücke Amelsbürener Straße bauen wir auf einer Länge von 660 Metern eine neue, dreieinhalb Meter hohe Lärmschutzwand.

Außerdem bringen wir auf rund 2,2 Kilometern auf beiden Richtungsfahrbahnen Flüsterasphalt auf.“ Dieser offenporige Asphalt mindert den Lärm für Anwohner um rund fünf Dezibel. Das entspricht ungefähr dem Effekt einer um weitere zwei Meter erhöhten Lärmschutzwand. „Die Einwohner Davensbergs bekommen durch diese Maßnahmen von der Autobahn in Zukunft weniger mit als heute“, bilanziert Sauerwein-Braksiek.

Die Bager stehen auf der gesperrten A1 und Reißen die Brücke Bönneweg ab.
Mit dem Abriss der Autobahnbrücke Bönneweg am vergangenen Wochenende begann der Ausbau für die A1 bei Ascheberg. © Günter Goldstein

Eine ökologische Aufwertung findet im Bereich des Emmerbachs, einem Nebenfluss der Werse statt. Dieser wird in ein naturnah gestaltetes Bachbett entlang der Autobahn umgelegt. Der Uferbereich soll aufgeweitet und tiefliegende Überflutungsflächen, sogenannten Retentionsflächen, geschaffen werden. Zudem schließt die Autobahn Westfalen die in die Jahre gekommenen Rastplätze „Weißes Venn“, „Hohe Heide“, „Davert“ und „Kurze Geist“. Die Flächen werden entsiegelt und rekultiviert. Die wegfallenden Stellplätze werden im Rahmen eines übergreifenden Netzkonzeptes an den Raststätten „Im Mersch“ und „Eichengrund“ sowie den Rastplätzen „Fuchs-Eggen“ und „Haus Recke“ flächenschonender und mit besserer Infrastruktur wie Beleuchtung und Toilettenhäuschen wiederhergestellt.

Verbreiterung der Autobahn beginnt 2023

Nachdem bereits seit Mai vorbereitende Maßnahmen für den Ausbau auf dem Standstreifen und der Überholspur in Richtung Dortmund laufen, wird nun nach und nach mit dem Neubau der Brückenbauwerke begonnen. In dieser Zeit kommt es immer wieder zu Baustellenverkehrsführungen auf der Autobahn, die vier Fahrstreifen sollen jedoch bis auf einige Vollsperrungen an Wochenenden erhalten bleiben. Die Verbreiterung der Autobahn auf sechs Fahrstreifen beginnt voraussichtlich im März 2023.