Flüchtlingsunterkunft in Ascheberg wird teurer

Umbau der Blumenhagenhalle

Es war eine böse Überraschung für Verwaltung und Politik gleichermaßen: 1,1 Millionen Euro sollte der Umbau kosten, der aus der ehemaligen Halle des Bauunternehmens Blumenhagen eine Flüchtlingsunterkunft machen sollte. Doch jetzt wurde bekannt: Das Projekt wird teurer. Die Folge war ein Richtungsstreit im Gemeinderat.

ASCHEBERG

, 17.02.2016, 18:18 Uhr / Lesedauer: 2 min
Flüchtlingsunterkunft in Ascheberg wird teurer

Die Gemeinde hat die Halle von Blumenhagen Hochbau GmbH gekauft und baut diese zur Flüchtlingsunterkunft um.

Architekt Thomas Frigge hatte die schlechten Nachrichten am Tag der Ratsitzung zunächst der Verwaltung überbracht. Die leitete den neuen Sachstand an die Fraktionen weiter, die am Abend im Bürgerforum weitere Details erfuhren.

Da in der Halle ein zweites Stockwerk mit Wohneinheiten eingezogen wird, müssen die Fundamente verstärkt werden. Außerdem sei laut Frigge noch nicht klar, ob die Bäder der insgesamt 16 Wohneinheiten – acht pro Etage – in Modulbauweise errichtet werden können. „Das wäre dann billiger“, so der Architekt. Da es jedoch noch keine Rückmeldung vom Hersteller der Module gibt, habe man mit konventionellen Bädern gerechnet.

Bei abgespeckter Variante gebe es weniger Fördergelder

Die Fraktionen waren unterschiedlicher Meinung, wie man mit dem Thema umgehen soll. Problem: Die Gemeinde Ascheberg hat für den Ausbau der Flüchtlingsunterkunft einen Förderntrag beim Sonderprogramm des Landes NRW gestellt. Würde man die vorliegende Planung verändern, um Kosten zu sparen – sprich: den Umfang der Maßnahmen verringern – fiele auch die mögliche Förderung geringer aus. „Wir haben bis zum 11. März Zeit“, stellte Bürgermeister Dr. Bert Risthaus (CDU) fest und fügte hinzu: „In der Sache arbeiten hier alle am Limit.“

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Die CDU favorisierte den Vorschlag, die 300.000 Euro Mehrkosten mit in den Haushalt für 2016 aufzunehmen. FDP-Vertreter Jörg Wismann regte an, die Summe mit einem Sperrvermerk zu versehen, so dass der Rat erneut entscheiden muss, wenn es um die Verwendung der Mittel geht. SPD und UWG wollten hingegen den ursprünglichen Ansatz von 1,1 Millionen Euro beibehalten und mögliche Mehrkosten entweder durch einen Nachtragshaushalt oder durch eine außerplanmäßige Ausgabe auffangen.

CDU und FDP setzen sich durch

Die dritte Variante, das geplante erste Obergeschoss wegzulassen und damit rund 450.000 Euro einzusparen, fand keine Zustimmung – zum einen, weil dies eben Auswirkungen auf die Förderung hätte, zum anderen, weil die Gemeinde an anderen Stellen Unterkünfte in absehbarer Zeit schließen muss und deshalb auf möglichst viele Alternativen angewiesen ist. Laut Thomas Frigge hätten im Erdgeschoss 96, im Obergeschoss 76 Personen Platz.

Mit den Stimmen von CDU und FDP wurden die Mehrkosten schließlich in den Haushalt für 2016 übernommen.

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