Die Biete 8, die schon seit 1992 zur Unterbringung von geflüchteten Menschen dient, ist bald wieder bezugsbereit. © Spiller
Geflüchtete

Geflüchtete in Ascheberg: Biete 8 bald wieder bezugsbereit, neue Zuweisungen angekündigt

Die Biete 8 ist fast wieder bezugsbereit - und wird auch benötigt, wie im Jugend-, Senioren-, Sozial- und Sportausschuss am Dienstagabend deutlich wurde. Es waren nicht die einzigen Themen.

424 Menschen, 424 Geschichten: So oft war die Biete 8, seitdem sie 1992 im Zuge des Jugoslawienkrieges gebaut worden war, das Zuhause geflüchteter Menschen. Bisher. Denn auch als Geflüchtete 2015 nach Ascheberg kamen, war sie ihnen eine Unterkunft. Doch über die vergangenen 30 Jahre ohne Renovierungsarbeiten war das Wohnhaus stark abgenutzt worden, sodass eine Renovierung in einigen Teilbereichen notwendig geworden war.

Diese Renovierungsarbeiten sind jetzt fast abgeschlossen, wie Bastian Meyer, Fachbereichsleiter Ordnung, Soziales, Bildung und Recht am Dienstagabend (21. September) im Jugend-, Senioren-, Sozial- und Sportausschuss (JSSSA) verkündete. Vorab hatten die Ausschussmitglieder das Gebäude in Augenschein genommen. „Die Biete 8 wird künftig wieder belegt werden können“, so Meyer.

Gleichzeitig erklärte Meyer, dass man einen Blick auf den Konflikt in Afghanistan habe und dass aktuell drei Personen, die als Ortskräfte aus Afghanistan fliehen mussten, in der Gemeinde untergebracht sind.

Afghanische Ortskräfte haben Schutz in Ascheberg gefunden

2021 hat die Gemeinde insgesamt 18 geflüchtete Personen aufgenommen – aus Nigeria, Serbien, der Türkei, Iran, Afghanistan und Sri Lanka. „Weitere Zuweisungen sind uns angekündigt“, so Meyer. Und die Möglichkeit, diese unterzubringen, habe die Gemeinde. „Wir haben keine Platznot aktuell.“ Man könne schwer vorhersagen, wie die Zuweisungen aussehen werden. Ein Platzangebot werde man vorhalten. Zur Geflüchtetenunterkunft in Davensberg, die einen schweren Wasserschaden erlitten hatte, erklärte Meyer auf Nachfrage von Volker Müller-Middendorf (UWG) kurz, dass das Gebäude aktuell weiterhin nicht nutzbar sei und derzeit keine Unterbringung möglich sei. „Wir arbeiten an einer Lösung“, so Meyer.

Doch neben dem Thema Geflüchtete ging es am Dienstagabend auch um Berichte aus dem Jobcenter und die stärkere Beteiligung Jugendlicher an politischen Prozessen. So erklärte Nadine Howe aus dem Ascheberger Jobcenter, dass die Unterlagen und Akten der Kunden nun in einer elektronischen Akte, der E-Akte, gespeichert werden können und erläuterte die aufwendigen Prozesse bis zur Umsetzung. Hintergrund ist eine Vorgabe des Landes NRW, derzufolge die öffentlichen Verwaltungen bis Ende 2022 bestimmte Dienstleistungen digital anbieten müssen. „Jeder Mitarbeiter hat einen Arbeitsplatzscanner, Unterlagen vor Ort können eingescannt werden und digitale Unterlagen können direkt in die E-Akte gezogen werden. Es ist vieles einfacher geworden, alle können zeitgleich auf die Akte zugreifen“, so Howe.

Workshop mit Jugendlichen, um Beteiligung zu stärken

Zum Thema Beteiligung Jugendlicher waren sich die Anwesenden einig, dass es hier nun schnell gehen müsse, ehe man Jugendliche durch langwierige politische Abstimmungsprozesse verliere, nachdem Bastian Meyer verkündete, dass man sich hier derzeit in Abstimmungsgesprächen mit dem Kreisjugendamt befinde. Im Juli habe es bereits ein digitales Gespräch mit Jugendlichen gegeben, die über die Jugendorganisationen kontaktiert wurden. Und die Resonanz sei groß gewesen.

Im Frühjahr 2022 soll es eine Veranstaltung geben, bei der in einem jugendgerechten Workshop Themen erörtert werden sollen, die die Jugendlichen bewegen. Ende Oktober/Anfang November soll deshalb vorab eine digitale Software vorgestellt werden, mit der sich Jugendliche beteiligen können. Dort gehe es dann voraussichtlich um das Thema Freizeitorte, so Meyer. „Wir dürfen hier nicht über Monate ohne Informationen und Veranstaltungen bleiben“, entgegnete Müller-Middendorf. „Wir müssen die Jugendlichen da abholen, wo sie unterwegs sind. Wir müssen sie über Instagram und Facebook abholen, im Internet.“ Auch auf der Gemeindehomepage solle es eine Jugendecke geben, plädierte Müller-Middendorf.

Über die Autorin
Redakteurin
Gebürtige Münsterländerin, seit April 2018 Redakteurin bei den Ruhr Nachrichten, von 2016 bis 2018 Volontärin bei Lensing Media. Studierte Sprachwissenschaften, Politik und Journalistik an der TU Dortmund und Entwicklungspolitik an der Philipps-Universität Marburg. Zuletzt arbeitete sie beim Online-Magazin Digital Development Debates.
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Eva-Maria Spiller

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