Kampf gegen Eichenprozessionsspinner: Ascheberg verdoppelt Ausgaben - doch helfen die Maßnahmen?

Geld zur Schädlingsbekämpfung

Seit zwei Jahren gibt es in der Gemeinde Ascheberg Probleme mit Eichenprozessionsspinnern. Künftig gibt die Gemeinde mehr Geld für die Schädlingsbekämpfung aus. Doch sind die Maßnahmen sinnvoll?

Herbern, Ascheberg

, 29.11.2019, 13:26 Uhr / Lesedauer: 2 min
Kampf gegen Eichenprozessionsspinner: Ascheberg verdoppelt Ausgaben - doch helfen die Maßnahmen?

Im Kampf gegen Eichenprozessionsspinner gibt die Gemeindeverwaltung in Ascheberg im kommenden Jahr mehr Geld aus. Sie denkt aber auch über neue, naturnahe Maßnahmen nach. Doch können die das Problem um die giftigen Raupen wirklich lösen? © picture alliance/dpa

Der Eichenprozessionsspinner (EPS) wütet seit zwei Jahren auch in der Gemeinde Ascheberg. Um sensible Stellen wie Kindergärten oder Schulen vor der giftigen Raupe zu schützen, hat die Gemeinde zuletzt viele Aufträge an Schädlingsbekämpfungsfirmen vergeben.

Auch in der Stadtverwaltung habe man einen Mitarbeiter abgestellt, um Fragen rund um das Thema zu beantworten, wie Christian Scheipers aus der Stadtverwaltung im Bau-, Planungs- und Umweltausschuss am Donnerstag, 27. November, erklärte.

15.000 Euro in zwei Jahren im Kampf gegen EPS ausgegeben

„In den vergangenen Jahren haben wir mittlerweile viel Erfahrung sammeln können“, erklärt Scheipers. Insgesamt habe man bereits 15.000 Euro zur Bekämpfung der Eichenprozessionsspinner in der Gemeinde Ascheberg ausgegeben.

2020 sollen weitere Gelder zur Verfügung stehen. Einen entsprechenden Antrag, den Haushaltsansatz zur Schädlingsbekämpfung auf 20.000 Euro anzupassen, stellte die SPD-Fraktion. Diesem kamen die Ausschussmitglieder einstimmig nach.

Mittel im Haushalt werden verdoppelt

Demnach wird die Gemeinde Ascheberg nicht wie zunächst vorgesehen, 10.000 Euro für die Bekämpfung der EPS ausgeben, sondern doppelt so viel. Damit möchte die Stadtverwaltung mehrere Strategien im Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner verfolgen.

Zum Einen wird die Gemeinde wieder örtliche Schädlingsbekämpfungsfirmen damit beauftragen, sensible Bereiche vorsorglich zu behandeln - auch mithilfe von Bioziden.

Sind Nistkästen die Lösung?

Zum anderen sollen an weiten Standorten Nistkästen helfen. Diese bauen die Schüler der sechsten und siebten Klassen der Profilschule Ascheberg derzeit. 50 dieser Nistkästen sind geplant. Laut Ludger Wobbe (CDU) sollten es gar 300 sein - unter der Prämisse, mögliche Sponsoren für Anschaffung und Pflege zu finden.

Ob Nistkästen überhaupt im Kampf gegen Eichenprozessionsspinner helfen können, bezweifeln Frank Holtrup (parteilos) und Wilfried Meyer-Laucke (UWG). „Eichenprozessionsspinner haben kaum noch natürliche Feinde - denn das Insektensterben nimmt immer mehr zu. Deshalb glaube ich nicht, dass wir das Problem mit Nistkästen lösen können“, so Holtrup.

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Die Idee hinter den Nistkästen sieht vor, dass die nistenden Vögel ihre Jungtiere mit Insekten füttern, bevor die Raupen des Eichenprozessionsspinners ihre gefährlichen Brennhaare ausbilden. Weil die Strategie diskussionswürdig ist, verständigten sich die Ausschussmitglieder darauf, die Entscheidung über zusätzliche Nistkästen zu vertagen.

An den Stellen, an denen die Prophylaxe nicht ausreicht, wird die Gemeinde entstandene Nester von Eichenprozessionsspinnern von Fachfirmen absaugen lassen.

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