Gemeinde Ascheberg stellt Pläne für komplette Ortskern-Umgestaltung vor

rnOrtskern Ascheberg

Die Gemeinde Ascheberg will den kompletten Ascheberger Ortskern umgestalten. Die Pläne für das Gesamtkonzept und die einzelnen Bauabschnitte hat die Gemeinde jetzt vorgestellt.

Ascheberg, Herbern

, 30.07.2020, 15:14 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die Gemeinde Ascheberg will den gesamten Ortskern der Gemeinde Ascheberg umgestalten. Und die konkreten Baumaßnahmen dazu sollen bereits im kommenden Jahr starten. Das hat die Gemeinde am Mittwoch gemeinsam mit dem zuständigen Planungsbüro Lohaus - Carl - Köhlmos mit Sitz in Hannover, Dresden und Berlin auf einer Pressekonferenz mitgeteilt. Mitsamt ausgearbeitetem Gesamtkonzept und Maßnahmenpläne für die einzelnen Abschnitte.

Das Konzept sieht vor, dass der Ortskern in vier einzelnen Bauabschnitten umgestaltet werden soll. Die Idee hinter der Umgestaltung ist es, den Ortskern wieder als eine verbundene Fläche darzustellen. Das soll durch den einheitlichen, warmen roten Klinkerstein, der den gesamten Ortskern säumen soll, unterstrichen werden.

Vier Bauabschnitte, der erste ist der Eschenplatz

Der erste Bauabschnitt umfasst den Eschenplatz und soll bereits 2021 realisiert werden, als Bauabschnitt 2 folgt die Sandstraße von der Eisdiele bis zur Kreuzung mit der Himmelstraße. Abschnitt 3 wird der Katharinenplatz hoch bis zur Volksbank inklusive der Gassen Richtung Lambertus-Kirchplatz. Die Umgestaltung des Kirchplatzes steht an vierter und letzter Stelle. Insgesamt sollen die Baumaßnahmen „frühestens 2025 abgeschlossen sein“, heißt es in dem Konzept der Gemeinde.

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Umgestaltung des Ortskerns in Ascheberg

Die Gemeinde Ascheberg plant, den gesamten Ortskern umzugestalten. Dies sind die Pläne, die das beauftragte Stadtplanerbüro für die einzelnen Plätze ausgearbeitet hat.
30.07.2020
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Diese Animation zeigt, wie der Katharinenplatz künftig aussehen soll.© Lohaus · Carl · Köhlmos
Das ist der Plan für den Katharinenplatz zwischen Volksbank und der Gasse zur Sandstraße.© Lohaus · Carl · Köhlmos
Die Sandstraße wird ebenerdig, genauso wie der Rest des Ortskerns. Bürgersteige und Fahrbahnen werden auf eine Ebene gebracht. Auch der Florianbrunnen soll wieder aktiviert werden.© Lohaus · Carl · Köhlmos
Der Plan für die Sandstraße in Ascheberg.© Lohaus · Carl · Köhlmos
Der Eschenplatz - die Aufenthaltsqualität soll hier ebenso wie auf den anderen Plätzen gesteigert werden.© Lohaus · Carl · Köhlmos
Der Eschenplatz soll künftig von Bäumen nördlich und südlich eingefasst werden. Hinzu kommen Sitzbänke. An der Mündung zur Sandstraße sollen drei Fontänenreihen installiert werden.© Lohaus · Carl · Köhlmos
Als vierter Bauabschnitt soll der Kirchplatz in Ascheberg folgen - und dann so aussehen.© Lohaus · Carl · Köhlmos
So sieht der Plan für den Lambertus-Kirchplatz aus der Luft aus.© Lohaus · Carl · Köhlmos

Der Eschenplatz zwischen der Konditorei Lüningmeyer und dem heutigen K+K-Markt sowie der KiK-Filiale soll nach der Umgestaltung direkt an die Sandstraße anbinden. Die Konditorei soll ebenerdig an den Platz anschließen. Auf dem Platz selber soll ein Hofbrunnen vor dem Heimathaus entstehen. Im Einfahrtsbereich des Eschenplatzes, der an den Ursprung Aschebergs erinnern soll, sollen drei Fontänenreihen entstehen. Diese können abgestellt werden, sodass der Platz auch für Märkte und Feste nutzbar wird. Insgesamt sollen hier 112 Stellplätze entstehen. Für die Eisdiele und das Café soll es nach der Umgestaltung eine höhere Aufenthaltsqualität geben. Am nördlichen und südlichen Rand sollen Bäume den Platz einfassen, unter denen Bänke installiert werden.

VgV-Verfahren

So hat sich die Gemeinde für ein Planungsbüro entschieden

  • Um zu entscheiden, welches Planungsbüro den Zuschlag für die Umgestaltung des Ascheberger Ortskerns bekommt, hat die Gemeinde ein sogenanntes VgV-Verhandlungsverfahren (Vergabeverordnung) und -Teilnahmewettbewerb durchgeführt
  • Dieses Verfahren wurde am 2. Juli 2019 im Haupt- und Finanzausschuss entschieden
  • Dabei beschränkt ein Auftraggeber seine Auswahl an Dienstleistern auf die, die am geeignetsten erscheinen. Dafür müssen im Vorfeld Auswahlkriterien festgelegt und veröffentlicht werden
  • Insgesamt hatten sich 13 Büros auf das Projekt beworben
  • Der Auftraggeber fordert die Dienstleister dann dazu auf, ihre Angebote einzureichen - danach geht es in die Verhandlungen mit den Dienstleistern
  • Für das Projekt Ascheberg hat das Büro Lohaus - Carl - Köhlmos in der Sitzung des Rates am 23. Juni einstimmig den Zuschlag aus drei als geeignet erachteten Bewerbern bekommen
  • Das VgV-Verfahren ist kostenintensiver als alternative Verfahren, weil alle drei Bewerber Pläne für den Ortskern entworfen haben, die dafür entlohnt werden
  • Den Vorteil sieht die Gemeinde aber in der größeren Flexibilität und der Beteiligung von Politik und Öffentlichkeit
  • Die bisherigen Pläne für die Umgestaltung finden Sie unter „Konzept 1002“ unter folgender Adresse: www.ascheberg.de/bauen-wohnen/platzgestaltung.html

Doch das ist nicht die einzige Neuerung an dieser Stelle: Zwischen Lüdinghauser Straße und Eschenplatz soll ein komplett neuer Hit-Markt gebaut werden - auf dem Gelände der alten Feuerwache und dem Bogen der Lüdinghauser Straße. Dieser Vollsortimenter soll wie der Eschenplatz bereits im kommenden Jahr 2021 gebaut werden. Das schräge, in mehrere schräge Spitzen unterteilte Dach des Marktes soll von der Sandstraße aus als Blickfang dienen, erklärt die Gemeinde. Entlang der Sandstraße soll der alte Florianbrunnen wieder aktiviert werden.

Bürgersteige fallen den neuen Plänen nach weg - zumindest was den Höhenunterschied angeht. Künftig sollen Fahrbahn und Gehwege sich auf einer Ebene befinden. Optisch abgegrenzt werden sollen diese dann durch zwei Elemente: Zum einen soll die Fahrbahn von weißem Sandstein umrandet werden. Zum anderen soll der Klinker im Fischgrätmuster angeordnet werden, während der Gehweg im Reihenverband verlegt wird. „Die drei Plätze haben über Material und Ausstattung eine Verwandtschaft zueinander, dennoch hat jeder Platz und auch die Sandstraße als wichtige Einkaufsstraße einen ganz eigenen Charme“, heißt es in der Präsentation des Projektes. Der Baumbestand im Ortskern soll trotz aller Umbaumaßnahmen erhalten und sogar erweitert werden - „durch an das dörfliche Ortsbild angepasste Pflanzungen aus klimaangepassten Baumarten“.

Noch sind die Pläne für die Ortskern-Umgestaltung nicht vollends beendet. Derzeit ist das Planungsbüro dabei, die vorgestellten Pläne für den Ortskern weiter zu überarbeiten. Bürger haben wahrscheinlich ab dem 5. August bis zum 12. August 2020 im Rahmen der dritten und letzten Beteiligungsrunde die Möglichkeit, sich zu den Plänen zu äußern. Dies kann zum einen online geschehen, wo die überarbeiteten Pläne auf der Seite der Gemeinde zu finden sein sollen. Zum anderen sind auch telefonische und schriftliche Anmerkungen möglich. Schon seit Jahresbeginn konnten Bürger sich in zwei Runden in das Projekt einbringen.

Eine Vor-Ort-Beteiligung ist außerdem am 7. August 2020 möglich. „Auf Grundlage dieser Einwände und Hinweise erfolgt die abschließende Erstellung der Entwurfsplanung“, heißt es dazu seitens der Gemeinde. Am 3. September 2020 dann soll der endgültige Entwurfsplan beschlossen werden - zumindest für den ersten Bauabschnitt des Eschenplatzes.

Gemeinde hatte Ende 2019 2.685.000 Euro netto anberaumt

„Die planerische Konkretisierung der übrigen Bauabschnitte wird in den kommenden Jahren ebenfalls durch eine intensive Beteiligungskultur flankiert“, teilt die Gemeinde mit. „Nicht zuletzt deswegen wird das Auswahlgremium in eine Lenkungsgruppe überführt, um die Planung intensiv zu begleiten.“

Für das sogenannte VgV-Verhandlungsverfahren hatte die Gemeinde Ascheberg Ende 2019 allein 345.000 Euro anberaumt - mit einer Förderquote von 40 Prozent (138.000 Euro). Wie hoch die Kosten für Planung und Realisierung insgesamt sein werden, werde laut dem Planungsbüro derzeit ermittelt. Ende 2019 hatte die Gemeinde mit einer gesamten Bausumme von rund 2.685.000 Euro netto kalkuliert. Der Plan sieht vor, dass die Maßnahmen ebenfalls zu 40 Prozent aus dem Bereich der Städtebauförderung gefördert werden sollen, so der zuständige Landschaftsarchitekt Thomas Köhlmos. Die Förderung der Gesamtmaßnahme soll am 30. September bei der Bezirksregierung Münster eingereicht werden.

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