Gemeinde lobt ehrenamtliche Flüchtlingshilfe in Ascheberg

Neue Stellen für Flüchtlingsbetreuung

Die steigende Zahl von Flüchtlingen zwingt die Gemeinde Ascheberg dazu, einen Sperrvermerk in ihrem Haushaltsplan aufzuheben. Grund dafür ist die Einrichtung von zwei befristeten Stellen für die Flüchtlingsbetreuung. Hilfe erhalten die Asylbewerber auch von zahlreichen anderen Unterstützern. Bei der Unterkunft an der Münsterstraße in Herbern hat das Bündnis 90/Die Grünen einen Sandkasten für die Kinder finanziert.

ASCHEBERG/HERBERN

, 16.08.2015, 05:38 Uhr / Lesedauer: 1 min
Gemeinde lobt ehrenamtliche Flüchtlingshilfe in Ascheberg

Hubertus Beckmann, Salikmia Sohabbmia, Araya Kidane und Lamine Balde (v.l.) griffen zu den Schaufeln, um den Sandkasten nach dem Bau mit Sand zu füllen.

70.000 Euro waren für mögliche Personalausweitungen im Haushaltsplan 2015 mit einem Sperrvermerk versehen worden. "Wir wollen erst mal schauen, ob man die Arbeit nicht zum Beispiel durch Synergieeffekte erledigen kann", so Hauptamtsleiter Alexander Ruhe. "Aber in diesem Fall werden Mehrausgaben notwendig."

Zunächst hat die Gemeinde für einen zusätzlichen Hausmeister mit 15 Wochenstunden sowie für einen Sozialarbeiter mit 20 Wochenstunden insgesamt 16.000 Euro zusätzlich frei gemacht.

Die verbleibenden 54.000 Euro aus dem Bereich Personalausweitung werden jedoch kaum in die Haushaltskonsolidierung fließen, so Ruhe.

79 Zuweisungen bis August

Zumal noch nicht geklärt sei, ob die nun eingeplanten Stellen reichen. "Es kann sein, dass wir Ende des Jahres nachsteuern müssen." Die Verwaltung geht derzeit von insgesamt 128 Flüchtlingen für das Jahr 2015 aus. Bis August waren es 79 Zuweisungen. Zum Vergleich: 2014 waren es 66, 2013 lediglich 20 Zuweisungen. 16 Zuweisungen am Tag

"An einem Tag hat es einmal 16 Neuzuweisungen gegeben", so Ruhe, der es für durchaus realistisch hält, Ende des Jahres die 200er-Marke zu knacken. Die beiden neuen Stellen sind bis Ende 2016 befristet. Für das kommende Haushaltsjahr sind sie mit 48 000 Euro veranschlagt.

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In Herbern will das Bündnis 90/Die Grünen eine Willkommenskultur für Flüchtlinge schaffen.

Auf diese Weise ist am Flüchtlingsheim Münsterstraße in Herbern ein fünf mal fünf Meter großer Sandkasten für die Kinder entstanden. Diese Aktion wurde außerdem in Davensberg durchgeführt.

"Sich für andere einsetzen"

"Natürlich bedeutet das Arbeit, und zwar für jeden von uns. Denn Willkommenskultur bedeutet, sich für andere Menschen einzusetzen, die in diesem Moment weniger Glück haben als wir selbst, und die akut Unterstützung benötigen", so Judith Conrads und Hubertus Beckmann von den Grünen in ihrer kleinen Ansprache.

Helmut Sunderhaus, Fachbereichsleiter "Ordnung und Soziales" der Gemeinde Ascheberg, lobt die vielen Ehrenamtlichen in der Gemeinde, die aktiv bei der Flüchtlingshilfe mitwirken.

Denn durch das ehrenamtliche Engagement würde die Stadt Ascheberg, die aktuell vor großen Herausforderungen steht, entlastet.

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