Girokonto bei der Sparkasse wird 25 Prozent teurer

Fragen und Antworten

Eingeschränkte Öffnungszeiten, das Girokonto-Komfort wird um 25 Prozent teurer: Kunden der Sparkasse Westmünsterland - mit Filialen in Lüdinghausen, Nordkirchen, Olfen und Ascheberg - müssen sich auf einige Veränderungen einstellen. Was sind die Hintergründe und was verändert sich in der Beratung? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

LÜDINGHAUSEN

, 05.05.2017, 14:22 Uhr / Lesedauer: 2 min
Girokonto bei der Sparkasse wird 25 Prozent teurer

Die Sparkasse Westmünsterland dreht an der Gebührenschraube. Girokonten kosten künftig deutlich mehr.

Der aufmerksame Kunde der Sparkasse Westmünsterland kam beim Lesen des Briefes ins Grübeln: „Die monatliche Gebühr für das Girokonto Komfort beträgt künftig 7,50 Euro.“ Ist das nicht eine deutliche Steigerung? Ist es! Satte 25 Prozent! Gleichzeitig schränkt die Sparkasse die Öffnungszeiten ihrer Filialen ein. Diese Veränderungen in der Organisationsstruktur der Sparkasse werfen Fragen auf. Wir haben Sie Pressesprecher Robert Klein gestellt. 

Welche Leistungen umfasst das Girokonto Komfort? „Beim Girokonto Komfort können die Kunden alle Kanäle nutzen – ohne weitere Kosten“, betont auf unsere Anfrage Robert Klein, Pressesprecher der Sparkasse Westmünsterland. „Die Kunden können kostenfrei Bargeld abheben, Kontoauszüge ausdrucken oder Überweisungen (auch beleghaft in der Filiale) tätigen.“ Auch beim Online-Banking entstehen keine weiteren Kosten.

Wie sieht die Alternative dazu aus? Seit zwei Jahren gibt es bei der Sparkasse Westmünsterland nur noch zwei Kontomodelle, neben dem Girokonto Komfort das Modell Klassik. Hier steigt der Monatspreis von aktuell 3 Euro auf künftig 3,50 Euro. Einer der größten Unterschiede zum Komfort-Konto ist, dass beim Modell Klassik die Kunden für jede Überweisung zu zahlen haben – künftig 35 Cent (aktuell sind es 30 Cent).

Es gibt aber auch Marktanbieter, die keine Gebühren für Girokonten erheben. Wie steht die Sparkasse Westmünsterland dazu? „Girokonten kosten Geld“, sagt dazu Robert Klein. Die Sparkasse Westmünsterland finde Quersubventionierungen nicht gut. „Wir machen ein faires und übersichtliches Angebot mit einem fairen Preis – ohne versteckte Kosten.“ Zudem biete die Sparkasse Westmünsterland viele (Online-)Funktionen in die auch viel Geld investiert worden sei. Beispielhaft erwähnt Klein die Überweisung per Foto.

Wie sieht sich die Sparkasse im Vergleich mit anderen Marktanbietern? Nach Einschätzung von Klein liege die Sparkasse örtlich sehr gut. „Wir haben ein sehr gutes Leistungsangebot.“ Nach Aussage des Pressesprechers habe die Sparkasse in den vergangenen zehn Jahren die Preise nicht erhöht. „Wir sind ein fairer Partner. Dazu gehört, Leistungen transparent und angemessen zu bepreisen.“ Kindern sowie Schülern, Auszubildenden und Studenten biete die Sparkasse bis zum 27. Lebensjahr eine kostenfreie Kontoführung an.

Umstellen müssen sich die Kunden der Sparkasse auch bei den Öffnungszeiten. Warum haben selbst Hauptstellen wie in Lüdinghausen deutlich eingeschränkte Öffnungszeiten? „Das Kundenverhalten hat sich deutlich verändert. Heute besucht ein Kunde eine Geschäftsstelle im Durchschnitt einmal pro Jahr. Online-Banking nutzt er dagegen mehr als zwei Mal pro Woche, mobile Angebote fast täglich“, so Robert Klein. „Die Sparkasse ist nicht Treiber dieser Entwicklung, muss aber auf die geänderten Kundenbedürfnisse reagieren.“ Während viele Standarddinge immer häufiger online erledigt würden, steige gleichzeitig der Beratungsbedarf bei komplexeren Themen. Deshalb habe die Sparkasse Westmünsterland die Beratungszeiten deutlich ausgeweitet – von 8 bis 19 Uhr. „Wir investieren in Beratung, wo sie gefragt ist.“

In Bösensell und Vinnum schließt die Sparkasse die Geschäftsstellen ... Die Bargeldversorgung sei auch in Zukunft sichergestellt. Es gebe Terminals für Überweisungen und Kontoauszüge. „Die Vinnumer Geschäftsstellenleiterin Martina Leidecker kommt gerne zu den Kunden nach Hause“, so Klein. Das Filialnetz bleibe zentraler Ankerpunkt im Mehr-Wege-Angebot.

Gibt es weitere Veränderungen in der Organisation der Sparkasse? Dezentral in der Fläche, zentral im Hintergrund sei das Motto, so der Pressesprecher. Es sei sinnvoll, Dinge wie die Kreditsachbearbeitung an einem Standort zu konzentrieren.

Kreissparkasse Lüdinghausen fusionierte zahlreich
Bereits im Jahr 1848 wurde die Kreissparkasse Lüdinghausen gegründet.
1978, drei Jahre nach der kommunalen Neugliederung, fusionierte sie mit der Stadtsparkasse Coesfeld und der Kreissparkasse Coesfeld.
1996 kam die Stadtsparkasse Dülmen, 2002 die Stadtsparkasse Billerbeck zur Sparkasse Coesfeld.
2003 fusionierten die Sparkasse Coesfeld und die Kreissparkasse Borken.
2011 erweiterte sich der Verbund um die Sparkasse Stadtlohn, 2015 um die Sparkasse Gronau.

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