Glasfaser: Die Frist für BBV Münsterland läuft ab

Internet-Ausbau in Ascheberg

Aschebergs Bürgermeister Dr. Bert Risthaus erwartet in der kommenden Woche klare Aussagen: Ende der Woche läuft die Frist für BBV Münsterland ab. Dann muss sich der Konzern erklären. Denn Ascheberg, Herbern und Davensberg warten immer noch auf schnelles Internet.

ASCHEBERG

, 21.10.2016, 05:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit Glasfaser soll es ganz schnell gehen – zumindest, was den Datenaustausch über das Internet betrifft. Um überhaupt diese Möglichkeit zu bekommen, brauchten die Ascheberger bisher jedoch eine Engelsgeduld. Damit ist es nun vorbei.

Ende der Woche läuft die Frist ab, die Bürgermeister Dr. Bert Risthaus mit Unterstützung seiner Anwälte dem Investor BBV Münsterland gesetzt hat. „Wir hatten diese Frist nochmal verlängert, da Ferienzeit ja auch Urlaubszeit bedeutet“, erläuterte das Gemeindeoberhaupt Donnerstag auf RN-Nachfrage.

Doch in der kommenden Woche müsse sich die BBV Münsterland erklären. „Irgendwie muss es ja weitergehen“, meint Risthaus. Die letzte Wasserstandsmeldung der BBV datiert vom 29. April 2016, wo zwei Drittel des Ausbaus abgeschlossen waren – in Davensberg. Die Ortsteile Ascheberg und Herbern schauen nach wie vor in die Röhre, auch in Davensberg tut sich im letzten Drittel seitdem nichts mehr.

Große Finanzierungslücke

Wie berichtet klafft eine Lücke in der Finanzierung des 13,5 Millionen Euro teuren Projektes, weil der benötigte „Bouwfonds“ aus Luxemburg keine Zulassung erhalten hat. Der Glaube an diese Zulassung muss stark gewesen sein – sowohl bei der Wirtschaftsförderung Kreis Coesfeld, die den Deal mit der BBV unter Dach und Fach gebracht hatte, als auch beim Investor selbst, der im Dezember 2015, wenn auch mit Verzögerung, zum Spatenstich in Ascheberg ansetzte. Der Rest ist bekanntlich Geschichte, die nun ein Ende bekommen soll – so oder so, wie Risthaus betont: „Wenn es weiter zu Verzögerungen kommt, müssen wir uns von der BBV trennen.“

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Für die Ascheberger hieße das, dass sie weiter auf schnelles Internet warten müssten. „Natürlich gibt es Interessenten, die auf das aufsatteln möchten, was die BBV hier vorbereitet hat“, weiß der Bürgermeister. „Allerdings gestalten sich solche Gespräche schwierig.“ Zumal es nicht nur Verhandlungen zwischen Gemeinde, Wirtschaftsförderung und neuem Investor geben müsste, sondern auch zwischen der BBV und ihrem Nachfolger.

"Dicht an einer Lösung"

Vom Investor selber war Donnerstag kein neuer Sachstand zu vermelden: „Es gibt nichts Neues“, teilte BBV-Sprecher Thomas Fuchs mit. „Wir sind dicht an einer Lösung, können aber zu diesem Zeitpunkt noch keine konkreten Angaben machen.“

Wie schon im RN-Gespräch Anfang September vermied es Fuchs, einen genauen Zeitplan zu nennen. Auch damals hatte er schon von einer Lösung „in Bälde“ gesprochen und auf Gespräche mit potenziellen Geldgebern verwiesen. Die von der Gemeinde Ascheberg gesetzte Frist verunsichere ihn nicht: „Die Gemeinde ist über den Stand der Dinge genau informiert und weiß, wo wir stehen.“

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