Glasfaser: Irritationen über Helinet-Ankündigung

Ausbau in Ascheberg

Die Deutsche Glasfaser wird als Partner des Hammer Telefonanbieters Helinet den Ausbau eines zweiten Glasfasernetzes in der Gemeinde Ascheberg übernehmen, wie es am Montag in einer Pressemitteilung hieß. Die sorgte aber auch für Irritationen: Denn der Ausbau wird wohl erstmal nur in einem Gemeindeteil durchgeführt.

ASCHEBERG

, 27.02.2017, 19:42 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Ankündigung, ein eigenes Glasfasernetz zu bauen, beschränkt sich zunächst nur auf einen Ortsteil: „Kunden in Davensberg können sich also sofort freuen – sie können schnell an einen Glasfaseranschluss gelangen.“ Wie es in Ascheberg, Herbern oder auch in der Gemeinde Nordkirchen weitergeht, ließ Helinet am Montag offen.

Ausbau nur bei genug Kunden

In der vergangenen Woche hatte Geschäftsführer Ralf Schütte noch erklärt, dass alle Vorverträge mit Helinet ihre Gültigkeit behalten und Kunden die Chance auf schnelles Internet bekommen sollen – egal, wo sie wohnen. Nun heißt es: „Eine Entscheidung zum weiteren Ausbau hängt aber sicher auch von einer positiven Kundenresonanz zum neuen Konsortium und damit vor allem zur offenen Netzstruktur ab“, wird Ingo Teimann, Regionalmanager der Deutschen Glasfaser, in der Mitteilung zitiert.

Heißt: Nur wenn sich genug Kunden für das Konsortium entscheiden, wird der Ausbau ausgeweitet. „Wir gehen davon aus, dass den Kunden unser Portfolio gefällt und sie außerdem die Wahl zwischen mehreren Anbietern haben“, zeigte sich Schütte am Montag auf Anfrage unserer Redaktion optimistisch. „Aber wenn das nicht der Fall sein sollte, müssen wir nochmal überlegen, ob das alles richtig ist, was wir machen.“

Helinet hat’s eilig

Geht es nach Helinet und seinem Partner, soll die Gemeinde Ascheberg „zügig“ den ausgehandelten Kooperationsvertrag unterschreiben. Denn in den Verträgen der Helinet-Kunden ist ein Sonderkündigungsrecht eingetragen, falls der Anbieter 20 Monate nach Abschluss der Vereinbarung den Anschluss immer noch nicht aktiviert hat.

Entsprechend eilig haben es nun die beiden Partner. Die Unterschrift unter den Kooperationsvertrag „sollte für die Gemeinde kein Problem sein – unser Angebot liegt bereits lange endverhandelt vor und ist natürlich sehr vorteilhaft für die Kunden“, so Ingo Teimann.

Bürgermeister Risthaus: „Ein Freibrief“

Das sieht Aschebergs Bürgermeister Dr. Bert Risthaus etwas anders. „Natürlich freuen wir uns über den Wettbewerb“, wiederholte er am Montag im Gespräch mit unserer Redaktion seine Aussage aus der Vorwoche. Doch laut Risthaus käme der vom Konsortium vorgelegte Kooperationsvertrag „einem Freibrief“ gleich: „Wir wissen nicht, welche Straßen wann aufgerissen werden sollen. Mit diesem Vertrag könnte das überall der Fall sein.“

Außerdem sei ein solcher Kooperationsvertrag gar nicht notwendig: „Man benötigt in diesem Fall lediglich eine Aufbruchgenehmigung.“ Und um die zu bekommen, müssen die Investoren detaillierte Planungen vorlegen, in welchen Straßen das Glasfaserkabel verlaufen soll. „Von der Deutschen Glasfaser fehlen uns diese Informationen bisher.“

Darauf sollen die beiden Partner nun in offiziellen Schreiben hingewiesen werden. Ein politischer Beschluss sei laut Risthaus für die Aufbruchgenehmigungen nicht notwendig. „Für einen Kooperationsvertrag hingegen schon.“ Mit letzterem rechnet offenbar auch Ralf Schütte. Er hofft zumindest „auf schnelle Reaktionszeiten seitens der politischen Beratungen und die Einberufung einer Sondersitzung.“ Dazu sah Risthaus gestern noch keinen Grund.

Die Außenbereiche
Die Muenet verlegt in Zusammenarbeit mit den Anwohnern die Glasfaserkabel in den Bauernschaften.
Diese Außenbereiche brauchen jedoch trotzdem einen Anschluss an ein bestehendes Glasfasernetz – den sogenannten „Backbone“ (englisch für „Rückgrat, in diesem Fall „Hauptstrang“).
„Wie dieser Zugang zustande kommt, wäre dann Aufgabe der Muenet“, sagt Bürgermeister Dr. Bert Risthaus. Hierzu müsse sich der Anbieter mit einem der Ascheberger Glasfasernetzbetreiber einig werden.

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