„Gottesdienste sind oft störende Elemente“ – 41 Kirchenaustritte in St. Lambertus

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Die Kirchengemeinde St. Lambertus Ascheberg verzeichnet viele Kirchenaustritte. Pfarrer Stefan Schürmeyer macht sich Gedanken über die Zukunft – denn auch langjährige Mitglieder treten aus,

Herbern, Ascheberg

, 07.01.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Katholische Kirchengemeinde St. Lambertus Ascheberg blickt auf das Jahr 2018 zurück – und in den Statistiken findet sich eine Zahl, die besonders ins Auge fällt: 41 Mitglieder sind aus der Gemeinde ausgetreten. „Man fragt sich selber, ob man etwas falsch gemacht hat“, sagt Pfarrer Stefan Schürmeyer.

Knapp unter 30 Austritte verzeichnete die Gemeinde in den Vorjahren – und damit weit weniger als 2018. Oft, so Schürmeyer, sei der Grund, dass die Austretenden nicht mehr an Gott glaubten. Unter ihnen seien auch Gemeindemitglieder, die schon lange in Ascheberg oder Herbern leben.

Schürmeyer: „Die Situation ist gerade generell nicht einfach für Kirchen“

„Die Situation ist gerade generell nicht einfach für Kirchen“, sagt Schürmeyer. Berichterstattungen über Missbrauch in Kirchengemeinden hätten Zweifel bei einigen Menschen hervorgerufen. Zweifel, die sich auch in der Teilnahme am Gottesdienst widerspiegeln.

Die Zahl der Besucher sinke. Einerseits könne das mit Krankheit oder Tod älterer Gemeindemitglieder zusammenhängen. Andererseits beobachte der Pfarrer, dass der Gottesdienstbesuch am Sonntag gerade bei jungen Menschen nicht im Alltag verankert ist.

Gottesdienste passen oft nicht in den Tagesablauf

„Der Sonntag ist für viele Menschen zu einem Tag geworden, an dem man sich Projekte vornimmt. Da sind Gottesdienste oft störende Elemente“, so Schürmeyer. Man wolle ausschlafen, frühstücken und anschließend etwas unternehmen. Der Gottesdienstbesuch sei da oft nicht attraktiv.

Doch wie will man die Situation verändern? Austretende erhalten von Schürmeyer nochmals Post, in der er nach den Gründen fragt. „Wir wollen wissen, ob es Dinge gibt, die wir verbessern können“, so der Pfarrer. Doch die Zahl der Rückmeldungen ist enttäuschend. Bloß zwei der 41 Ausgetretenen haben auf die Post geantwortet.

Kirchengemeinde St. Lambertus plant veränderte Angebote

Trotzdem: Schürmeyer sieht die Zahlen gelassen. Besonders, weil die Zahlen zu Trauungen, Taufen und Co. stabil geblieben sind. An veränderten Angeboten arbeite man allerdings trotzdem.

So sei zum Beispiel die Verlegung der Kindersegnung auf den Sonntagmorgen gut aufgenommen worden. „Wir bemühen uns um Qualität, die hoffentlich ansprechend ist.“

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