Darum gibt es kein „Familienschwimmen“ mehr im Herberner Hallenbad

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Frauenschwimmen, Familienschwimmen und eine Schwimmstunde für Menschen mit Behinderungen – auf diese Angebote müssen die Herberner nun verzichten. Das hängt auch mit der Ehrenamtskarte zusammen.

Herbern

, 01.10.2019, 18:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Familienschwimmen und die Schwimmstunde für Menschen mit Behinderungen sind im Herberner Hallenbad Geschichte. Auch Frauen können nun nicht mehr unter sich schwimmen. „Wir möchten niemanden ausgrenzen“, erklärt Thomas Stohldreier, Fachbereichsleiter Ordnung und Soziales der Gemeinde Ascheberg, auf Anfrage unserer Redaktion. Deshalb seien alle Schwimmzeiten nun öffentlich.

„Wir möchten allen das Schwimmen ermöglichen – egal welches Geschlecht, welche Familienkonstellation, welche Nationalität. Der Begriff ‚Familienschwimmen‘ war auch nicht mehr zeitgemäß“, so Stohldreier. Der Badeplan mit seinen Begrifflichkeiten entstand noch vor 1990 und wurde seither kaum verändert – nun war es Zeit für kleine Änderungen.

Alles bleibt wie es ist – nur unter anderem Namen

Frauen, Familien und Menschen mit Behinderungen werden nach wie vor eingeladen, das Bad zu besuchen. Lediglich die gesonderten Badestunden wurden zum 1. Oktober abgeschafft. Die Eintrittspreise und Zeiten bleiben bestehen. Aktuell kostet ein Ticket zum Normaltarif 2,80 Euro, eine Familienkarte 5,50 Euro und ein vergünstigtes Ticket 1,40 Euro.

Das gibt es für Kinder unter 16 Jahren, Studenten, Schwerbehinderte, Empfänger der Grundsicherung und Sozialhilfeempfänger. Inhaber der Jugendleiterkarte und Mitglieder der DLRG Ortsgruppe Ascheberg-Herbern haben freien Eintritt.

Neu ist die Vergünstigung für Besitzer der Ehrenamtskarte. Seit der Einführung der Karte im Juli wurde sie von etwa 30 Ehrenamtlichen beantragt. Um sie zu bekommen, muss man seit mindestens zwei Jahren mindestens 250 Stunden im Jahr ehrenamtlich tätig sein.

Beantragen kann man die Karte in den Bürgerämtern in Ascheberg und Herbern und bei Ascheberg Marketing am Katharinenplatz. Den Antrag gibt es auch online, ebenso wie eine Liste der Vergünstigungen, die man mit der Karte bekommen kann.

Alle sollen schwimmen lernen

Da der Badeplan in Herbern aufgrund der neuen Vergünstigung für Besitzer der Ehrenamtskarte ohnehin auf den neusten Stand gebracht werden musste, ging es auch alten Bezeichnungen und Angeboten an den Kragen – darunter das Frauen- und Familienschwimmen. „Für uns sind die Änderungen keine große Sache. Die Schwimmzeiten wurden umbenannt und für alle geöffnet – das war’s auch schon“, so Stohldreier.

Die Schwimmkurse am Montag und Mittwoch gibt es auch weiterhin. „Uns ist es wichtig, dass die Kinder aus der Region schwimmen lernen. Dafür ist das Bad ja unter anderem da“, betont Stohldreier. Deshalb kommen Schulen und Kindergärten der Gemeinde innerhalb der ihnen zugewiesenen Zeiten im Vormittagsbereich kostenlos ins Bad.

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