Hamm-Gas startet noch 2015 Flözgas-Bohrungen

Ist das der Fracking-Einstieg?

Jetzt wird´s ernst: Das Unternehmen Hamm-Gas will noch im dritten Quartal diesen Jahres mit den Aufsuchungsbohrungen nach Flözgas unter der ehemaligen Schachtanlage Radbod 7 in Herbern-Nordick beginnen. Das Unternehmen will den Betriebsplan am Mittwoch vorstellen – mit fast dreimonatiger Verspätung.

HERBERN

, 04.05.2015, 15:24 Uhr / Lesedauer: 2 min
Hamm-Gas startet noch 2015 Flözgas-Bohrungen

Von der Mahnwache in den Saal, wo die Info-Veranstaltung um 19 Uhr am Mittwoch begann.

„Die Einladung zur Pressekonferenz am Mittwoch in Hamm geht heute raus“, sagte Hamm-Gas-Pressesprecher Martin Reulecke am Montag. „Verschiedene Gründe“ hätten die Verzögerung bedingt, so Reulecke. Unter anderem seien zusätzliche Gutachten erstellt worden, nennt er ein Beispiel.

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Zum anderen habe sich das Unternehmen entschlossen, den so genannten Betriebsplan möglichst einfach zu formulieren, „damit nicht nur Geologen und Ingenieure verstehen, was gemeint ist“. Der Plan legt fest, wie genau die Probebohrungen durchgeführt werden: wo etwa die 25 Meter hohen Bohrtürme stehen werden und sich die Bohrer bis zu 1000 Meter tief in den zerklüfteten Untergrund graben werden.

Tektomechanik statt Fracking

Wie berichtet, vermutet das Unternehmen aus Hamm im Untergrund von Herbern-Nordick große Mengen von Flözgas. Die will es mittels der Methode der Tektomechanik – ein Kunstwort als Gegenentwurf zum umstrittenen Fracking – anzapfen und ausbeuten. Aber ob das überhaupt möglich ist, darüber soll die Probebohrung auf dem Gelände der ehemaligen Bergbaufläche Radbod 7 Aufschluss geben.

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Wie der Sprecher der Bezirksregierung, Andreas Nörten, immer wieder betont hatte, darf dass Unternehmen Hamm-Gas lediglich Probebohrungen - die sogenannten Aufsuchungsbohrungen - durchführen. „Eine mögliche Förderung muss extra genehmigt werden.“

Ob das in diesem Jahr wirklich noch etwas wird mit dem Probebohrungen nach Flözgas? Andreas Nörten von der zuständigen Genehmigungsbehörde der Bezirksregierung Arnsberg hat da so seine Zweifel. Fest steht schon jetzt: Den Trägern öffentlicher Belange – also auch der Gemeinde Ascheberg und dem Kreis Coesfeld – werde die Bezirksregierung mehr Zeit als üblich einräumen, um sich zu äußern.

Bei der ersten Gasbohrung im südlichen Münsterland sei es nötig, dass die politischen Gremien intensiv beraten könnten, so Nörten. Statt der üblichen acht Wochen für eine Stellungnahme gehe er „von einigen Monaten aus“.

Herberner protestieren seit Monaten

Zahlreiche Herberner protestieren seit Monaten gegen die geplanten Bohrungen. Zeichen ihres Widerstandes: eine rote Hand aus Holz im Vorgarten. Die Bürger befürchten, dass bereits die Probebohrungen die Wasserknappheit der Region verstärken könnten. Außerdem befürchten sie, dass die Gasbohrungen nur der Einstieg sein könnten in das umstrittene Fracking. Dabei wird unter Druck ein Wasser-Chemie-Gemisch in den Boden gepresst.

 

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