Handwerkskammer plädiert für Meisterpflicht

Selbstständigkeit

Die Auswirkungen der Reform der Handwerksordnung, in deren Zug die Meisterpflicht in 53 Handwerksberufen entfallen ist, wirkt sich auch auf den Kammerbezirk der Handwerkskammer Münster aus. Hermann Eiling, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Münster, erklärt, in welcher Form.

HERBERN/MÜNSTER

, 07.01.2016, 18:06 Uhr / Lesedauer: 1 min

Nach der Statistik der IHK stellten in 2014 die zulassungspflichtigen Handwerksgewerbe (41 Berufe) den höheren Anteil an der Gesamtzahl der Handwerksbetriebe: 59 Prozent von 27.920 Handwerksbetrieben. In den Berufen wurden 84 Prozent aller 15.243 Lehrlinge ausgebildet.

Zu den 53 Berufen, die als zulassungsfreie Handwerksberufe betrieben werden (Anlage B1 der Handwerksordnung), gehörten in 2014 im Vergleich nur 21 Prozent aller 27.920 Handwerksbetriebe. In den Berufen wurden aber nur 3 Prozent aller 15.243 Lehrlinge ausgebildet.

Kammer plädiert für Qualitätssiegel

„Die Handwerkskammer Münster setzt sich auf allen politischen Ebenen für den Meisterbrief als Grundlage für die Selbstständigkeit im Handwerk ein“, betont der Geschäftsführer. Denn der Brief sei ein Qualitätssiegel der individuellen handwerklichen Leistung und ein Garant für die Ausbildung. Die Kammer empfiehlt daher Handwerkern, die in zulassungsfreien Handwerksgewerben tätig sind, die Meisterprüfung freiwillig abzulegen. „Nur eine ausreichende Qualifikation führt dauerhaft zu Erfolg.“

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Bei den Existenzgründungen im Kammerbezirk Münster gaben Gründer ohne Meisterbrief deutlich früher auf. So haben in 2014 insgesamt 2358 Handwerker im Münsterland und in der Emscher-Lippe-Region den Schritt in die Selbstständigkeit getan. Von 1908 Gründern ohne Meisterbrief oder einer vergleichbaren Berufsqualifikation verließen 12 Prozent den Markt bereits im Gründungsjahr wieder. Von den 450 Meistern, Hochschulabsolventen und Technikern, die sich 2014 im Handwerk selbstständig machten, gaben nur 2 Prozent ihren Betrieb schon im Gründungsjahr auf.

Was sagt der Trend?

„Diese Entwicklung liegt im Trend“, stellt der Hauptgeschäftsführer fest.

Hingegen von den Handwerksunternehmern, die im Jahr 2004 ihren Betrieb in Berufen gegründet haben, die eine Qualifikation erfordern, waren nach zehn Jahren noch 54 Prozent aktiv. In den Berufen, in denen keine Qualifikation für die Gründung vorausgesetzt wird, existierten nach zehn Jahren nur noch 31 Prozent der Betriebe. 

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