Haus Spüntrup in Herbern: Heimatverein und DRK verlieren Unterkunft an der Merschstraße

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Das ist bitter: Ein gutes Jahr steht Haus Spüntrup an der Bernhardstraße/Ecke Merschstraße dem Heimatverein, dem DRK und dem Jugendrotkreuz noch zur Verfügung. Dann müssen die Vereine raus.

Herbern

, 16.05.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Betroffen sind Heimatverein, DRK Herbern und das Jugendrotkreuz. Sie alle verlieren im Juni 2020 ihre Unterkunft an der Berndhardstraße in Herbern. Das Aus nach insgesamt 17 Jahren.

„Am 1. Juli 2003 haben wir die Unterkunft bezogen, das weiß ich noch ganz genau“, sagte am Mittwoch (15. Mai) Hans Kraß, Vorsitzender des DRK Herbern. Ende Juni 2020 soll dann Schluss sein. „Wir haben die Nachricht und mehr wissen wir im Moment auch nicht.“

Heimatverein: „Wir haben damit gerechnet“

Es ist eine bittere Nachricht, die auch Egon Zimmermann, Vorsitzender des Heimatvereins, erst einmal verdauen muss. Seit eineinhalb Wochen wisse er nun, dass der Verein seine Unterkunft, die man sich über all die Jahre mit DRK und Jugendrotkreuz geteilt hat, in einem Jahr verlieren wird.

„Auf lange Sicht haben wir damit gerechnet“, sagte Zimmermann am Mittwoch auf Anfrage unserer Redaktion. Jetzt, da es wohl offiziell ist, sei man trotzdem nicht ganz unberührt.

Haus Spüntrup in Herbern: Heimatverein und DRK verlieren Unterkunft an der Merschstraße

Das Haus Spüntrup an der Ecke zur Merschstraße: Hinter dem Gebäude hat der Heimatverein den Bauerngarten angelegt. © Helga Felgenträger (Archiv)

Die Gemeinde, Mieterin des markanten Häuschens direkt gegenüber der Volksbank, hatte die Nachricht Anfang Mai übermittelt. Der Grund: Die Eigentümerin des Gebäudes meldet Eigenbedarf an.

Neue DRK-Zentrale für alle drei Ortsteile?

Das bestätigte am Donnerstag (16. Mai) auch Bürgermeister Dr. Bert Risthaus. In dem noch verbleibenden Jahr wolle die Gemeinde die beiden Vereine inklusive Jugendrotkreuz bestmöglich unterstützen, am kommenden Montag (20. Mai) stehen erste Gespräche an.

Perspektivisch fasse die Gemeinde für das DRK einen Neubau ins Auge. Der könnte – soweit die Überlegungen – neben einem neuen Feuerwehrgerätehaus an der Lindenstraße in Herbern entstehen, quasi als DRK-Zentrale aller drei Ortsteile.

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Risthaus stellt klar: Konkrete Planungen gebe es noch nicht und sollen auch erst angegangen werden, wenn die beiden neuen Gerätehäuser in Ascheberg und Davensberg stehen, also frühestens im Herbst 2019.

Zukunft des Bauerngartens ungewiss

„Das DRK muss natürlich einverstanden sein“, sagt Risthaus. „Die Bedarfe sind genau zu decken und da sind wir bemüht, Unterstützung anzubieten.“ Fest steht aber schon jetzt, dass eine solche DRK-Zentrale niemals im Juli 2020 fertig sein würde, eine Übergangslösung müsste her.

In Sachen Heimatverein zeigt sich Risthaus optimistisch. „Wir haben gemeindeeigene Räume, da werden wir etwas finden.“ Ob dann mit oder ohne Bauerngarten, der sich aktuell hinter dem Haus Spüntrup befindet, werde sich zeigen.

Egon Zimmermann ließ am Mittwoch durchblicken, dass die Zukunft des Bauerngarten-Teams ohnehin nicht gewiss sei. Die Mitglieder werden älter, würden nach und nach Abschied nehmen. Noch sei aber nichts beschlossen.

„Das Ganze wird sich fügen“, so Risthaus – letztlich auch ohne Haus Spüntrup.

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