So ähnlich sieht die Kopie dem Original – Doppelgänger vom „Letzten Wolf“ enthüllt

rnDenkmal an der B54

Was ist da denn los? Mitten im Ruhrgebiet – im gut 60 Kilometer entfernten Essen – ist ein Doppelgänger vom „Letzten Wolf“ aufgetaucht. Zu sehen bei uns im Video.

Herbern

, 13.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Das war für viele ein Schock. Mitte Mai verschwand der „Letzte Wolf“ an der B54 zwischen Herben und Werne unter einer Schmierschicht. Waren hier Vandalen am Werk? Oder sollte das ein übler Scherz sein? Mitnichten. Das ergaben unsere Recherchen. Das Ruhr Museum aus Essen steckte hinter dieser Aktion.

Informationen zum Ruhr Museum gibt es auf der Homepage.

„Das sind keine Schmierereien. Das ist alles mit uns abgesprochen“, sagte seinerzeit Stefan Grünert, Rentmeister des Grafen von Merveldt. Die „Schmierschicht“ war die erste vorbereitende Maßnahme eines Mitarbeiters des Ruhr Museums.

Denn: Vom „Letzten Wolf“ wurde in der Folge ein Abdruck für die neue Ausstellung „Mensch und Tier im Revier“ angefertigt. Praktisch ein Negativ. Philipp Bänfer, Pressesprecher der Stiftung Ruhr Museum, bestätigte dies auf Anfrage.

Der Wolf geht auf Wanderung

In mehreren Arbeitsschritten und mit viel Silikon, Polyurethan-Schaum sowie einer Pressvorrichtung aus Holz wurde der Wolf Ende Mai ordentlich zusammengepresst. Nachdem die Schicht ausgehärtet war, wurde die Vorrichtung abgenommen. Der Wolf ging auf Wanderung ins Ruhr Museum nach Essen.

Video
Doppelgänger des „Letzten Wolfes“ in Essen

Nachdem das Negativ dort mit Epoxidharz befüllt wurde und aushärten konnte, entstand ein Positiv, praktisch ein Doppelgänger des „Letzten Wolfes.“ Und dieser 3 bis 4 Kilogramm schwere Wolf erblickte jetzt erstmals das Licht der Welt. Experten des Ruhr Museums befreiten den Doppel-Gänger aus der Pressvorrichtung.

In einem Exponat stecken unzählige Stunden Arbeit

Das weiche und bewegliche Silikon wurde von der gehärteten Epoxidharz-Form getrennt. „Das Gerüst des Exponates steht jetzt. Etwa die Hälfte der Arbeit für dieses Exponat ist damit geschafft“, sagt Carla Zimmermann von der Stiftung Ruhr Museum auf Nachfrage. Insgesamt stecken alleine in diesem einen von gut 100 Ausstellungsstücken gut 174 Stunden Arbeit bis zur Fertigstellung.

Die Ausstellung „Mensch und Tier im Revier“ zeigt anhand dieser Exponate von der Steinzeit bis heute unter verschiedenen Aspekten die Beziehung zwischen Mensch und Tier im Ruhrgebiet. Die Ausstellung läuft vom 8. Juli 2019 bis zum 25. Februar 2020 auf der 21-Meter-Ebene des Ruhr Museums, Unesco-Welterbe Zollverein, Gelsenkirchener Straße 181.

So ähnlich sieht die Kopie dem Original – Doppelgänger vom „Letzten Wolf“ enthüllt

Und frei ist er, der Doppelgänger des „Letzten Wolfes“. © Ruhr Museum

Doch bis der Doppelgänger des „Letzten Wolfes“ dort zu sehen sein wird, erfolgt noch der Feinschliff. Die Mitarbeiter des Ruhr Museums müssen den Abguss dabei reinigen und schmirgeln. „Final wird der Abguss noch mit Farbe versehen“, so Carla Zimmermann.

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