Technische Innovation: Wie jeder in der Gemeinde vom neuen Funk-Netzwerk profitieren kann

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Die Gemeinde Ascheberg stellt die technischen Weichen auf Richtung Zukunft. Ein neues Funk-Netzwerk soll für Bürger und Unternehmen Vorteile mit sich bringen. Der Netzname klingt mystisch.

Herbern

, 27.06.2019, 17:22 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Wort alleine klingt mystisch. Und zugleich bedeutet es für die Gemeinde Ascheberg einen technischen Quantensprung. Die bevorstehende Installation eines Lora-Netzwerkes (Long Range Wide Area Network) soll in der Gemeinde fortan vieles smarter machen.

Verantwortlich für die Installation ist Unitymedia. Die Gemeinde Ascheberg ist mit dem Kabelnetzbetreiber eine Funknetz-Infrastrukturpartnerschaft eingegangen. Zur besseren Einordnung: Bei dem Funknetz handelt es sich nicht um ein W-Lan und auch nicht um ein 5G-Netz. Vielmehr ist Lora ein lokales Funknetz zur Datenübertragung.

Für Lora-Netzwerke gibt es viele Anwendungsbereiche

Was komplex klingt, ist letztlich einfach. Denn mittels eines Lora-Netzwerkes ist es möglich, Sensoren und/oder Geräte miteinander zu verbinden und so zusammenarbeiten zu lassen. Dabei geht es um den Datentransfer. „Dafür gibt es viele Anwendungsbereiche“, sagt Gemeinde-Pressesprecherin Simone Böhnisch auf Nachfrage.

Doch welche sind das konkret? Etliche. So kommt diese Technik zum Beispiel bei einer digitalisierten Müllentsorgung, beim Ablesen von Wasserständen, bei Bestell- oder Lagerprozessen zum Einsatz. Auch ist es Betrieben damit möglich, verstreut liegende Anlagen parallel überwachen zu können.

Technische Innovation: Wie jeder in der Gemeinde vom neuen Funk-Netzwerk profitieren kann

Der Datentransfer sieht komplex, die Datenmenge ist aber deutlich geringer als in einem Mobilfunknetz. © Unitymedia

Und auch für Privatpersonen kann diese Technik beim „Smarthome“ zum Einsatz kommen. Sprich, wenn die Taster, Leuchten und technischen Geräte in der Wohnung oder dem Haus miteinander vernetzt sind. „Jeder Bürger kann sich einen Sensor kaufen und die Daten von Unitymedia verwalten lassen“, erklärt Helmut Sunderhaus von der Gemeinde. Denn es ist ein „offenes Netz“.

Die lokale Wirtschaft soll durch Lora gestärkt werden

Kostenpunkt: 5 Euro Jahresgebühr je Sender. Diese sind für die Dienstleitung in der Form der Datenverwaltung an den Kabelanbieter zu entrichten. „Wir liefern die Autodatenbahn und erheben dafür eben eine kleine Gebühr“, so Unitymedia-Pressesprecher Tim Heinkele.

Doch primärer Aspekt des Lora-Netzwerkes ist es, die Gemeinde dank dieser Technik für Unternehmen attraktiver zu machen. Denn diese Art der Digitalisierung kann Unternehmen die tägliche Arbeit erleichtern und ist somit ein Standortvorteil. „Es stärkt natürlich die lokale Wirtschaft“, so Simone Böhnisch.

Die Gemeinde muss für das Netzwerk praktisch nichts bezahlen

Eigentlicher Clou an der Sache ist, dass das Lora-Netzwerk die Gemeinde praktisch keinen Cent kosten wird. Denn die ersten 50 Städte/Gemeinden, die sich bei dem Kabelanbieter gemeldet haben, bekommen die Installation gratis. Die ausgewählten Kommunen müssen lediglich den Platz für Gateways (Systemverbindungen) zur Verfügung stellen und die Stromkosten tragen.

Technische Innovation: Wie jeder in der Gemeinde vom neuen Funk-Netzwerk profitieren kann

So funktioniert ein Lora-Netzwerk. © Unitymedia

Gateways sind sehr kompakt, haben in etwa die Größe eines Schuhkartons und verfügen über eine Stabantenne, über die das Funksignal ausgestrahlt wird. Unitymedia stellt die Gateways für die Dauer des Vertrages zur Verfügung und betreibt das Netzwerk.

Es wird neun Gateway-Standorte in der Gemeinde geben

„Wir haben uns im Februar dieses Jahres bei Unitymedia gemeldet“, so Helmut Sunderhaus. Das hat gereicht. Der Kabelanbieter führte in der Folge eine Modellrechnung durch und nun kann die Installation der Antennen erfolgen.

Insgesamt neun Gateway-Standorte wird es in der Gemeinde auf den Dächern öffentlicher Gebäude geben. Je vier in Ascheberg und Herbern sowie eine in Davensberg. „Noch sind die Verträge nicht unterschrieben, aber wir sind kurz davor“, sagt Simone Böhnisch.

In welchen Bereichen die Gemeinde das Lora-Netzwerk nutzen will, ist indes noch nicht klar. „Wir überlegen noch, wo es sinnvoll und wirtschaftlich ist“, so Helmut Sunderhaus. Am wichtigsten sei ohnehin, dass die Technik erst mal vorhanden sei. Und dann wäre die Gemeinde Ascheberg die erste im Kreis Coesfeld, die eine solche ihr Eigen nennen dürfte.

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