Herbern ohne blauen Dunst

HERBERN Nun ist auch die Schonfrist vorbei: Die Zigarette beim Bierchen, das Rauchen nach dem Essen – der blaue Dunst zieht aus den heimischen Kneipen, Gaststätten und Restaurants. Das Gewohnheitstier „Raucher“ hat künftig nur noch wenig Chancen, den Glimmstängel in der Gastronomie zu genießen.

von Von Daniel Rustemeyer

, 01.07.2008, 18:04 Uhr / Lesedauer: 2 min
Rauchen in Kneipen ist verboten. Aber die Wirte schwärzen sich in Werne nicht gegenseitig beim Verstoß an.

Rauchen in Kneipen ist verboten. Aber die Wirte schwärzen sich in Werne nicht gegenseitig beim Verstoß an.

Nachdem die Landesregierung das Nichtraucherschutzgesetz zum 1. Januar dieses Jahres beschlossen hatte, räumte der Gesetzgeber der Gastronomie zunächst eine Übergangsfrist ein: Das Rauchverbot tritt erst zum 1. Juli in Kraft, wurde Ende letzten Jahres verkündet.

Diese Zeit ist nun verstrichen. In der Pizzeria „Pane e Vino“ an der Werner Straße wurden daher Vorbereitungen getroffen: „Dann müssen die Raucher halt vor die Tür“, erklärt Vinicio Cipollone, Besitzer des italienischen Lokals.

Keine Aschenbecher

In der Pizzeria mit Ausschank finden Gäste am Tresenbereich nicht einen Aschenbecher mehr. „Wir haben alle weggestellt“, berichtet der Besitzer, „wer rauchen möchte, muss nach draußen oder nebenan“. In der Pizzeria gibt es aber einen seperaten Raum. Dort können die Türen geschlossen werden, so dass Raucher demnächst nicht gänzlich auf den Tabakgenuss verzichten müssen.

Im Grillstübchen „Bei Nikos“ hat der blaue Dunst keinerlei Chancen mehr. „Wir haben in der Hinsicht keine Ausnahmen geschaffen“, sagt Betreiber Nikolas Pispas und führt weiter aus: „Gesetz ist Gesetz! Bei uns wird seit gestern nur noch draußen geraucht“.

Widerstand in der Kneipe

Ganz anders ein paar Meter weiter oben. Rankenstraße. Gaststätte „Zur alten Mühle“. Wirt Heinz Lühring erklärt, dass dort zwar eine Nichtraucherzone im hinteren Bereich eingerichtet wurde. Gequalmt würde dennoch. „Am Tresen raucht der Stammkunde nach wie vor seine Zigarette – wenn er will. Wir warten die endgültige Gesetzeslage erst einmal ab. Es gibt ja schon etliche Kneipen, die vor Gericht gegen das Nichtraucherschutzgesetz geklagt haben“, so der Kneipier. Er trotzt der augenblicklichen Situation und merkt gleichzeitig an, dass es ja zunächst – hinsichtlich einer möglichen Kontrolle – laut Gesetzgeber bei einer Verwarnung bleiben würde.

Tatsächlich sind regelmäßige staatliche Kontrollen nicht vorgesehen. Behörden sollen allerdings nach Beschwerden tätig werden. Und das könnte teuer werden: Verstöße werden als Ordnungswidrigkeit gewertet und können mit Geldbuße von maximal 1000 Euro bestraft werden.

Im Hotel „Zum Wolfsjäger“ und im Gasthof „Zum letzten Wolf“ haben sich die Betreiber bereits seit dem 1. Januar dieses Jahres an das neue Gesetz angepasst: „Im Wolfsjäger sind eh´ alle Zimmer Nichtraucher, und in unserem Restaurant „Zum letzten Wolf“ wird im Innenbereich gar nicht geraucht. Auf unserer Terrasse können sich Raucher gerne eine anzünden“, bietet Familie Hammwöhner als Alternative an.