Herberner forscht zur Kriegszeit in der Gemeinde

Buchveröffentlichung geplant

Die Kriegszeit hat Egon Zimmermann nicht mehr erlebt - ein Jahr nach Ende des zweiten Weltkrieges wurde er geboren. Doch schon als Kind faszinierten ihn die Geschichten seiner Großeltern. So sehr, dass er ein Buch über den Krieg in seiner Heimat verfasst hat - Erzählungen aus den Erinnerungen anderer Gemeindebewohner.

HERBERN

von Claudia Hurek

, 22.04.2017, 07:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Als Kind verlebte ich regelmäßig die Ferien bei meinen Großeltern in Herbern und bekam als Ohrenzeuge viel Erlebnisse und Geschichten aus der Kriegszeit mit“, erzählt der Pensionär. „Später dann wurde mir bei Gesprächen mit älteren Mitbürgern klar, hier möchte ich besonders den verstorbenen Heinz Rogge erwähnen, dass diese Zeitzeugen zunehmend versterben und irgendwann dieser Teil der Geschichte Herberns verschwunden sein wird.“

So erklärt Zimmermann sein Interesse am Krieg in der Gemeinde. „Wenn wir diese Geschichten nicht aufschreiben, sind sie irgendwann verschwunden.“ Zu diesen Geschichten gehören nicht nur die schönen und lustigen, sondern auch die traurigen; denn auch diese spiegeln das Leben in der Gemeinde wider, so Zimmermann. 

Arbeit im Archiv

Er wurde zwar 1946 im Krankenhaus in Herbern geboren, seine Mutter war damals aber nur auf Besuch bei ihren Eltern. Er wuchs in Krefeld auf, erst zum Lehramtsstudium in Münster zog es ihn zurück nach Herbern - und damit zurück zu den Geschichten und Erlebnissen aus der Gemeinde. Hier lebt er seitdem mit seiner Frau Mechthild, auch die beiden Söhne Jan und Daniel wohnen mit ihren Familien im Ort. 

Seit seiner Pensionierung widmet sich der 70-jährige Hauptschullehrer der ehrenamtlichen Arbeit im Archiv der Kirchengemeinde. Dies sei nicht immer eine einfache Arbeit: „Bei den Nachforschungen im Gemeinde- und Kirchenarchiv war mir Josef Kemming eine große Hilfe. Die Texte, zum großen Teil in Sütterlin verfasst, waren für mich oft schwer zu entziffern. Trotz eines Kurses bei der VHS im vergangenen Jahr,“ sagt Zimmermann. 

Verkauf vom Heimatverein

Durch die Arbeit konnte Zimmermann seine Forschung erweitern: Seine knapp 96-seitige Schrift geht nun bis zur Zeit vor dem Dreißigjährigen Krieg zurück. Wie mühsam die Arbeit teilweise war, kann man an der Informationsdichte gerade in der Weltkriegszeit sehen. Besonders markant: Für die Zeit des zweiten Weltkrieges konnte der ehemalige Lehrer sämtliche Namen von Gefallenen und Zivilopfern aufschreiben. Und nicht nur textlich hat das Werk, welches im Internet einsehbar ist, viel zu bieten: Jeder Krieg ist durch Bilder und viele Daten untermalt.

Josef Bernsmann und Lambert Feldhaus vom Heimatverein sind sich einig, dass der von Zimmermann geschriebene Bericht über „Kriegsereignisse und deren Auswirkungen auf Herbern“ es verdient hat, veröffentlicht zu werden. Daher will der Heimatverein Herbern die Kosten für den Druck und die Vermarktung des Buches übernehmen. Einen genauen Veröffentlichungstermin und Angaben zum Preis sowie zu Verkaufsstellen gibt es derzeit noch nicht.

Bereits im Netz
Wer bis zur Veröffentlichung der wissenschatlichen Arbeit nicht mehr warten kann, findet diese bereits auf der Internetseite von .