Herberner Fundgrube zieht an die Merschstraße

Traditionsgeschäft

Seit 30 Jahren ist die Fundgrube in Herbern Anlaufpunkt für Schnäppchenjäger und Lesefreunde. Sie werden sich umgewöhnen müssen: Das beliebte Geschäft muss seinen bisherigen Standort an der Münsterstraße aufgeben - ein Eröffnungstermin für das neue Ladenlokal steht bereits fest.

HERBERN

von Claudia Hurek

, 21.03.2017, 16:36 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bernhard und Birgit Sendermann, Inhaber der Fundgrube Herbern, ziehen mit ihrem Geschäft an die Merschstraße.

Bernhard und Birgit Sendermann, Inhaber der Fundgrube Herbern, ziehen mit ihrem Geschäft an die Merschstraße.

Alles neu macht in diesem Fall der März und nicht der Mai, wie es eigentlich im Sprichwort heißt. Vor rund 30 Jahren, am 28. April 1987, eröffnete Luzia Sendermann ihren Second-Hand-Laden: die Herberner Fundgrube. Das erste Ladenlokal befand sich auf der Werner Straße 3. Da das Warenangebot jedoch schon bald zu groß für den vorhandenen Raum wurde, zog die Fundgrube am 1. Juli 1990 zum jetzigen Standort in der Münsterstraße.

Die erste Kundin an jedem Morgen ist seit vielen Jahren Gertrud Schulz. Sie hat für die Inhaber eine Zeitung und manchmal auch ein Frühstück dabei. „Wir haben viele Stammkunden, die zwischendurch immer mal reinschauen, um einfach nur ein Pläuschken zu halten,“ so Birgit Sendermann. Die Schwiegertochter von Luzia Sendermann übernahm nach deren Ruhestand im Januar 2005 gemeinsam mit Ehemann Bernhard das Geschäft.

Interessent für das Grundstück

Vor einigen Wochen erfuhren die Trödler, dass die Gemeinde Ascheberg das Haus an der Münsterstraße, in dem neben ihrem Geschäft auch Flüchtlinge untergebracht sind, abstoßen möchte. Ein Interessent möchte auf diesem Grundstück etwas Neues entwickeln.

„Da wir nun nicht wissen was der nächste Besitzer vorhat und wir etwas in der Schwebe hängen, haben wir uns für einen Umzug entschieden,“ berichtet Birgit Sendermann. „Passend zum Frühlingsfest werden wir unser neues Ladenlokal auf der Merschstraße in den ehemaligen Räumen von ,ML’s Outlet' neben der Apotheke eröffnen.“ Das bisherige Sortiment wird sich natürlich nicht ändern.

Tradition: 5 Cent für's Wiederbringen

Der Fokus liegt weiterhin auf gebrauchten Fahrrädern und Fahrradzubehör sowie Baby- und Kleinkindartikeln. Haushaltsartikel, Bücher, CDs, Kleidung, Schuhe, Taschen, Spiele und Spielzeug runden das Angebot an gebrauchten, aber gut erhaltenen Artikeln ab.

Auch die beliebten „Groschenromane“ wird es weiterhin geben. „Unsere älteren Herrschaften, die diese Romane gerne lesen, kaufen sich einen für 30 Cent, und bekommen 5 Cent für’s Wiederbringen zurück. Jeder Leser hat sein eigenes Zeichen und verewigt sich so auf dem Cover des Romans. So weiß man genau, wer welchen Roman schon gelesen hat und kommt nicht durcheinander. Das ist doch mal eine schöne erhaltenswerte Tradition." 

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