Herberner protestieren gegen Naturschutzgesetz

Plakat an B54

Landwirte, Jäger, Förster: Sie alle zeigen dem geplanten neuen Landes-Naturschutzgesetz die rote Karte. Und fordern seit Mittwoch gut leserlich an der B54: „Naturschutz mit Augenmaß“. Warum sie sich gegen das geplante Gesetz wenden, erfahren Sie hier.

HERBERN

, 31.08.2016, 19:04 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ein großes Plakat am ehemaligen "Letzten Wolf" weist seit gestern auf die Protestaktion von Landwirten, Jägern und Forstwirtschaftlern hin, die das neue Landes-Naturschutzgesetz verhindern wollen.

Ein großes Plakat am ehemaligen "Letzten Wolf" weist seit gestern auf die Protestaktion von Landwirten, Jägern und Forstwirtschaftlern hin, die das neue Landes-Naturschutzgesetz verhindern wollen.

„Niemand hat etwas gegen Naturschutz“, betont Stefan Grünert, Rentmeister der Verwaltung des Grafen von Merveldt. „Im Gegenteil: Die heute vorhandene Landschaft wäre ohne Naturschutz gar nicht möglich gewesen.“

Allerdings sehen die Anhänger der Initiative „Naturschutz mit Augenmaß“ keinen Anlass, das 40 Jahre alte Landes-Naturschutzgesetz zu ändern. „Da gibt es viele Punkte, die in unseren Aufgen nicht mit den Interessen der ländlichen Bevölkerung d’accord gehen“, so Grünert.

"Scharfe Punkte" sind ein Problem

Ferdinand Graf von Merveldt selbst erklärte Mittwoch beim Ortstermin an der ehemaligen Gaststätte „Zum letzten Wolf“, dass er das neue Gesetz nicht komplett ablehne: „Das sind 140 Seiten, da gibt es sicher auch Dinge, über die man reden kann.“ Aber die „scharfen Punkte“ seinen eben ein Problem.

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So weist die Initiative darauf hin, dass die Grünlandbewirtschaftung für viele land- und forstwirtschaftliche Betriebe erschwert würde. „So soll es zum Beispiel nur noch heimische Baumarten geben“, erläutert von Merveldt. „Dabei ist zum Beispiel die Esche, eine heimische Baumart, hier kurz vorm Aussterben, weil sie unter starkem Befall von Pilzen leidet.“ Deshalb müsse man auch über andere Baumarten nachdenken, die eben nicht in NRW heimisch sind.

Vorkaufsrecht ist Aktivisten ein Dorn im Auge

Ebenfalls ein Dorn im Auge ist den Aktivisten das im Gesetz eingeräumte Vorkaufsrecht für Naturschutzverbände. „Wenn ein Landwirt Fläche an einen anderen Landwirt verkaufen will, hätten Verbände künftig die Möglichkeit, sich das betroffene Land zu sichern“, befürchtet Stefan Grünert. „Und zwar unabhängig davon, ob es sich dabei um Naturschutzgebiet handelt oder nicht.“

Ursprünglich sollte das neue Gesetz im September im Umweltausschuss des Landtags beraten werden. „Dieser Termin ist aber nun verschoben worden“, so Grünert. Die Mitstreiter hoffen nun, dass die Verabschiedung des Gesetzes noch gestoppt werden kann.

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