Herbernerin bringt Asylbewerbern Deutsch bei

Ehrenamtlich

"Ich komme aus Guinea", sagt Lamine auf Deutsch und strahlt. Keine Selbstverständlichkeit, wenn man bedenkt, dass der Student aus Afrika gerade einmal seine zweite Deutschstunde absolviert. Möglich macht das Roswitha Reckers aus Herbern. Sie bietet ehrenamtlich Sprachkurse an - und erfährt dabei viel Unterstützung.

ASCHEBERG/HERBERN

23.03.2015, 13:48 Uhr / Lesedauer: 2 min
Herbernerin bringt Asylbewerbern Deutsch bei

Roswitha Reckers bringt Asylanten ehrenamtlich die Deutsche Sprache bei, die somit das Bindeglied bei der Verständigung der unterschiedlichen Nationalitäten ist..

Die Herbernerin bringt Asylbewerbern die deutsche Sprache bei - ehrenamtlich. "Ich bin keine Lehrerin, und das hier ist auch kein Sprachkurs mit Vorbereitung auf die Prüfung, die man zur Beantragung der Staatsbürgerschaft ablegen muss." Vielmehr vermittle sie den Neuankömmlingen die wichtigsten Dinge, um sich im Alltag verständigen zu können.

"So lernen sie die deutschen Namen für die Körperteile, damit sie beim Arztbesuch mitteilen können, was ihnen wehtut. Oder die alltäglichen Begrüßungen und Begriffe, die für den Einkauf notwendig sind", gibt Reckers Einblicke in den Lehrstoff. Und dabei arbeitet sie mit einfachsten Mitteln. Ein Aufsteller mit einem Blatt Papier dient als Tafel. "Es funktioniert auch so, aber die Gemeinde Ascheberg hat eventuell noch eine Schultafel für uns", sagt die Kursleiterin.

Der Unterricht findet in den Räumen der Ascheberger Tafel statt. Auf dem Tisch liegen Blöcke und Stifte. "Das haben die Schülerhilfe und die Hundeschule Kehrmann gespendet", erählt Roswitha Reckers. Sie ist sehr dankbar für die Unterstützung, die ihr nach Berichten über sie und einem Aufruf bei Facebook zuteil geworden ist. "So viel Hilfe hätte ich nicht erwartet."

Kleiderbasar-Team spendet 200 Euro 

Erst jüngst bekam sie eine 200-Euro-Spende vom Team des Kleiderbasars. Dieses Geld soll jedoch nicht in den Unterricht fließen. "Damit kann ich die Kinder zum OJA-Ferienprogramm anmelden. Das wäre schön für sie, denn dort können sie Kontakt zu Gleichaltrigen knüpfen." 

Mit Araya und Lamine sitzen regelmäßig zwei Asylbewerber aus Herbern am Tisch. "Die kommen bei Wind und Wetter mit dem Fahrrad nach Ascheberg." Roswitha Reckers weiß, dass auch hier Hilfe notwendig ist. Denn die Drahtesel sind teilweise noch nicht mal verkehrstüchtig, und Arayas Rad wurde ihm sogar gestohlen. Aber die Mühen, die die beiden auf sich nehmen, haben sich schon jetzt gelohnt: "Die deutsche Sprache ist schwer", sagt Araya, der aus Eritrea kommt. Am Tisch treffen unterschiedlichste Nationalitäten aufeinander. Roswitha Reckers schafft mit ihrem ehrenamtlichen Einsatz eine gemeinschaftliche Verständigung. "Mit Deutsch haben sie eine gemeinsame Sprache, ansonsten verständigen wir uns auf Englisch, Französisch oder - wenn es sein muss - auch mit Händen und Füßen."

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