Hotels in Ascheberg und Herbern bereiten sich auf Touristen vor

rnCorona-Krise in Herbern

Auch im Kreis Coesfeld dürfen Touristen wieder in Hotels übernachten. Die Hoteliers bereiten sich derweil auf den touristischen Wiedereinstieg vor.

Herbern, Ascheberg

, 18.05.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit Montag (18. Mai) dürfen Hotels in NRW wieder Touristen beherbergen. Das ist auch für Hotels im Kreis Coesfeld möglich, wo der Corona-Skandal bei Westfleisch in Coesfeld zunächst einen weiteren Shutdown für den gesamten Kreis bedeutet hatte.

„Das ist erstmal eine gute Nachricht, dass wir die Leute wieder annehmen können“, sagt Thorsten Bleckmann, der das Hotel garni „Zum Wolfsjäger“ in Herbern führt. „Wir haben vereinzelte Anfragen auch über Christi Himmelfahrt. Aber es ist noch verhalten, wie bei der Gastronomie auch. Die Leute rennen uns nicht die Bude ein, aber es ist ein Schritt in die richtige Richtung.“

Sorge um Infektionszahlen treibt Hoteliers um

Das Gästeaufkommen in dem Hotel sei in den vergangenen Wochen verhalten gewesen, so Bleckmann. „Ich habe keine 30 Zimmer vermietet.“ Für die nächsten Wochen seien nun schon fünf Anfragen reingekommen. „Es wird sukzessive mehr.“ Das alles unter Vorbehalt: „Wenn die Infektionszahlen wieder hochschießen - wir wollen es ja nicht hoffen - dann ist das alles wieder hinfällig“, so Bleckmann. Eine Garantie könne er seinen Gästen also nicht geben, eine kostenfreie Stornierung sei aber generell möglich.

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Der Großteil der Gäste, die in dem Hotel übernachten, sind Berufstätige, die etwa für Außendiensttermine im Hotel garni übernachten. Deshalb hatte das Hotel in der Corona-Krise nicht schließen müssen. In dieser Zeit konnte sich die Betreiberfamilie bereits darauf vorbereiten, unter den in der Corona-Krise nötigen Hygienestandards auch für Touristen wieder zu öffnen.

An der Rezeption herrscht Maskenpflicht, auf den Zimmern finden die Gäste Desinfektionsspender. Frühstück bietet das Hotel vorerst nicht an: Denn Frühstücksbuffets dürfen zwar wieder angeboten werden. Hier die Sicherheitsbestimmungen einzuhalten, ist allerdings Aufgabe des Hotelbetreibers. „Das macht keinen Spaß, da ständig die Leute zu ermahnen“, so Bleckmann. Außerdem werden bei Verstößen die Hoteliers zur Rechenschaft gezogen.

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Auch das Jagdschlösschen in Ascheberg bereitet sich langsam auf die Wiedereröffnung vor. Am Mittwoch öffnen die Türen der Hotels für Touristen und die Gastronomien in Ascheberg und des dazugehörigen Gasthauses Eickholt wieder.

„Seit zwei Wochen kommen jetzt die Buchungen wieder rein“, sagt Inhaber Franz-Josef Schütte. Für Pfingsten war das Jagdschlösschen ursprünglich ausgebucht, doch in den letzten Wochen seien viele Buchungen storniert worden. Nun kamen wieder neue hinzu, von Radtouristen etwa. Andere Buchungen wurden für den August und September gemacht.

Lunchpaket zum Mitnehmen oder Speisen aufs Zimmer

Am Dienstag will Schütte mit dem Ordnungsamt der Gemeinde Ascheberg abklären, ob er für seine Hotelgäste ein Frühstücksbuffet anbieten kann und unter welchen Umständen das ablaufen muss. Die beruflichen Übernachtungsgäste hatten in den vergangenen Wochen wahlweise ein Lunchpaket oder das Essen aufs Zimmer bekommen.

Nun soll das wieder im Restaurant möglich sein. „Wir haben die Sitzplätze beschränkt im Restaurant. Es gibt überall Desinfektionsspender. An der Hotelbar gibt es keinen Thekenbetrieb. Auf den Zimmern und den Etagen gibt es ebenfalls Desinfektionsspender.“

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Die erweiterte Zwangspause, die den Gastronomen im Kreis Coesfeld durch Westfleisch aufgebrummt worden war, habe das Jagdschlösschen nutzen können, um sich die Umsetzung der Hygienevorschriften bei anderen Gastronomen im Kreis Unna, Warendorf oder in Münster anzuschauen.

Schütte rechnet jetzt erstmal damit, dass das Hotel in diesen Wochen 40 Prozent seines normalen Umsatzes machen wird. Dass große Veranstaltungen abgesagt wurden, bekommt auch das Jagdschlösschen zu spüren. Wenn das klassische Open-Air-Konzert in Nordkirchen stattfindet, übernachtet das Ensemble normalerweise in 15 der 24 Zimmer des Hotels. Das fällt in diesem Jahr ersatzlos weg.

Der Weinkeller des Hotels garni in Herbern ist bis auf Weiteres geschlossen. Hier größere Abstände einzuhalten, sei einfach nicht möglich. Und mit nur rund 10 Gästen den Keller zu öffnen, rechne sich vorerst nicht, so Bleckmann. Und einen Außenbereich, in dem sich die Gäste aufhalten könnten, gebe es nicht. Wird der Weinkeller, der üblicherweise freitags ab 19 Uhr öffnet, wieder geöffnet, gibt das Hotel dies auf der eigenen Homepage bekannt.
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