Bis zu 100 Euro Bußgeld: Das sagt die Gemeinde zum Hundehaufen-Problem in Herbern

rnHaufenweise Ärger

Viele Herberner ärgern sich über Hundekot im Ort. Die Gemeinde kennt das Problem. Bis zu 100 Euro Bußgeld drohen uneinsichtigen Haltern. Neue Beutelspender wolle man aber nicht aufstellen.

Herbern

, 20.04.2019, 09:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mariele Gommla ärgert sich über die fremden Hinterlassenschaften vor ihrem Haus an der Münsterstraße. Renate Behr ärgert sich über ignorante Hundehalter. Auf Facebook nimmt das Thema immer mal wieder Fahrt auf und auf einer interaktiven Karte markierten unsere Leser zuletzt einige Punkte im Ort, die als Hundeklo dienen: Bernhardstraße, Altenhammstraße, Papenbrede, Auf den Äckern, Wiese vor dem Friedhof.

„Es ist nicht Aufgabe der Gemeinde, obliegende Pflichten zu erfüllen.“
Rolf Kehrenberg, Ordnungsverwaltung

Die Gemeinde kennt das Problem: „Das ist kein Phänomen, das sich auf Herbern beschränkt“, sagte am Donnerstag (18. April) Rolf Kehrenberg aus der Ordnungsverwaltung der Gemeinde Ascheberg. In allen drei Ortsteilen und auch in Nachbarstädten wie Lüdinghausen und Senden sei das Problem allgegenwärtig, die Frage der richtigen Umgangsweise allerdings schwer zu beantworten.

„Uns erreichen diese Beschwerden natürlich auch“, sagt Kehrenberg. „Einige Hundehalter habe ich in der Vergangenheit schon angerufen. Da staunt man über die frechen Antworten.“

Man könne keinen Bauhof-Mitarbeiter losschicken, der permanent die Hinterlassenschaften der Hunde beseitigt. „Das gibt der Bauhof personell gar nicht her“, sagt Kehrenberg. Und: „Es ist nicht Aufgabe der Gemeinde, obliegende Pflichten zu erfüllen.“

Drei Bußgeldverfahren habe er in seinen 26 Jahren bei der Gemeinde Ascheberg eingeleitet. Nur in sehr seltenen Fällen würden Hundehalter auf frischer Tat ertappt. „Und wenn sich Leute bei mir beschweren, dann meistens über ihren Nachbarn.“ Zu einer Anzeige käme es in diesen Fällen nicht. Mit der Begründung: „Mit dem muss ich ja noch jahrelang Tür an Tür leben.“

Bußgeld:

Das Problem ist eines, das sich bei jeder Gassirunde im Ort wiederholt. Fakten schafft man da nur selten. Die Nachbarstadt Werne versuchte es zuletzt mit einem Bußgeld in Höhe von 200 Euro. Doch einen Hundehalter, der diesen Batzen auch zahlen musste, gibt es bislang nicht.

Ganz so weit sei Ascheberg von diesen 200 Euro übrigens nicht entfernt. Je nachdem, wie unbelehrbar ein Hundehalter wäre, läge das Bußgeld bei 100 Euro. „Das kann man schon mal höher ansetzen“, sagt Kehrenberg.

Beutel-Spender und Mülleimer:

Zusätzliche Beutel-Spender – einen hatte man vor Jahren am Siepenweg aufgestellt – seien nicht geplant. „Mit denen haben wir schlechte Erfahrungen gemacht“, sagt Kehrenberg. Die Beutelrollen seien zum Teil komplett ausgerollt worden, „da hat man nur Schabernack mit getrieben“. Außerdem seien die Beutel viel zu oft in der Natur gelandet, „und das ist noch schlimmer, als den Haufen liegen zu lassen“.

Auch zusätzliche Mülleimer an den Gassistrecken in Herbern stünden derzeit nicht zur Debatte. Die müssten regelmäßig geleert werden – und auch dafür sei man personell nicht gut genug aufgestellt.

Kontrollen:

Was bleibt, ist ein eindringlicher Appell an alle Hundehalter, den Kot ihres Tieres zu entfernen. Immerhin: Ein Mitarbeiter der Gemeinde, der den ruhenden Verkehr überwacht, soll in Zukunft auch ein Auge auf Hunde und ihre Halter haben. „Um der ganzen Sache überhaupt irgendwie Herr zu werden.“

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