In Herbern wächst die Angst vor Fracking

Wegen Konflikt mit Russland

Die Krim-Krise hat Brisanz in die Frage gebracht, wie abhängig Europa von russischen Gaslieferungen ist. Als eine Lösung wird Fracking genannt. Dabei wird Gas aus heimischen Böden gepresst, was jedoch ziemlich umstritten ist. Da auch unter Herbern Gasvokommen vermutet wird, wächst bei vielen Bürgern die Angst.

HERBERN

, 31.03.2014, 15:15 Uhr / Lesedauer: 1 min
In Herbern wächst die Angst vor Fracking

In Herbern ist der Protest gegen das Fracking wie hier an der Bernhardstraße unübersehbar.

Dieser vermeintliche Bodenschatz macht vielen Herbernern Sorgen. Vor drei Jahren hat sich die Bürgerinitiative für sauberes Trinkwasser (BIST) gegründet. Seitdem hängen Plakate mit der Aufschrift „Fracking vergiftet Wasser“ an den Straßen.

BIST-Vorsitzender Wilfried Voß hatte bislang viel Rückenwind gespürt. „Jetzt befürchte ich aber, dass man durch die Krim-Krise einen Wandel herbeiführt“, sagt er. Nicht Voß’ einzige Sorge. Denn parallel zu den weltpolitischen Verwerfungen im Osten hat der Energieriese Exxon Mobil jetzt beantragt, die sogenannte Aufsuchungsgenehmigung für die Erdgasfelder in Drensteinfurt und Nordwalde um ein halbes Jahr zu verlängern – nur einen Steinwurf von Herbern entfernt.

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Das hat auch die CDU-Fraktion im Ascheberger Gemeinderat hellhörig werden lassen. „Für die CDU gilt weiterhin, dass es keine Bohrungen, Untersuchungen oder gar Genehmigungen in Sachen Fracking geben darf, so lange die Sicherheit von Mensch und Tier und vor allem des Grundwassers nicht gewährleistet ist“, hat Michael Greiwe am im Bauausschuss erklärt.

Für das Feld Donar in Herbern braucht Exxon vorerst nicht zu verlängern, wie Christoph Söbbeler, Sprecher der Bezirksregierung Arnsberg, unserer Redaktion mitteilt. Die vorhandene Genehmigung reiche noch bis Januar 2017. Die Skepsis gegenüber Fracking teilt auch NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin: „Alle vorliegenden Gutachten zur unkonventionellen Erdgasförderung zeigen Wissensdefizite auf“, sagte er gestern. Bis nicht alle Fragen geklärt seien, gäbe es keine Genehmigungen.

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